Kommentar
Der Motor funktioniert noch

Balz Bruder
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Die Folgen von Corona gehen querbeet durch die Branchen.

Die Folgen von Corona gehen querbeet durch die Branchen.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Auf den ersten Blick liest sich die Umfrage der Handelskammer bei ihren Mitgliederfirmen so: Zappenduster sieht es im Moment aus. Und die Aussichten sind nicht viel besser. Das ist angesichts des tiefen pandemischen Einschnitts ins Wirtschaftsgefüge weiter nicht erstaunlich. Zu dramatisch sind die Folgen auf Produktion, Handel und Export – querbeet durch die Branchen.

Auf den zweiten Blick ist aber auch zu spüren: Auf ein Jammertal ohne Ausgang stellen sich die hiesigen Firmen nicht ein. Sie sehen vielmehr eine Erholung – und zwar eine, die innert einer absehbaren Frist eintreten sollte. So jedenfalls, dass es reelle Aussichten gibt, die Krise zwar mit erheblichen Dellen an der Karosse, aber mit funktionierendem Motor durchzustehen.

Dass die staatlichen Eingriffe – vor allem im Bereich von Kurzarbeit, Erwerbsersatz und Kredite zur Sicherstellung der Liquidität – greifen, ist angesichts des Mitteleinsatzes nicht nur erfreulich, sondern auch dringend notwendig. Ebenso wie dies: Es muss im Rahmen des Möglichen rasch wieder eine Normalisierung stattfinden. Das Verteilen von Staatsgeldern muss ein Ende haben. Wir zahlen es so schon teuer und lang zurück.

Je mehr Freiheiten die Entwicklung der Pandemie erlaubt, desto besser für die Wirtschaft. Und für den Staat, dem im Umgang mit den Folgen noch genug am Hals bleibt. Stichwort Arbeitslosigkeit, zum Beispiel.

balz.bruder@chmedia.ch