Stromversorger
Der Grosse wird entscheiden

Bisher mussten die Alpiq und BKW gegenseitig auf sich Rücksicht nehmen. Was aber bedeuten die neuen Besitzverhältnisse für die AEK?

Franz Schaible
Franz Schaible
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Was bedeuten die neuen Besitzverhältnisse für die AEK?

Was bedeuten die neuen Besitzverhältnisse für die AEK?

Hanspeter Bärtschi

Jetzt herrschen klare Verhältnisse. Mit dem Kauf der von der Alpiq bislang gehaltenen Anteile an der AEK wird der Berner Energiekonzern BKW zum alleinigen Herrscher über den Marktführer im Energieversorgungsgeschäft am Solothurner Jurasüdfuss. Bislang mussten die beiden ungefähr gleich starken Grossaktionäre, eben Alpiq und BKW, gegenseitig auf sich Rücksicht nehmen. Sei es bei der strategischen Ausrichtung des Stromversorgers AEK oder beim Kauf oder Verkauf von Firmenanteilen.

Was die neuen Besitzverhältnisse für die AEK bedeuten, ist offen. Zwar wird – wie üblich bei Übernahmen – von beiden Seiten betont, dass sich kaum etwas verändern wird. Es wird von einer Win-win-Situation gesprochen, der Wechsel des Aktienpaketes sei für alle Beteiligten von Vorteil. Schön und gut, doch es wird auch bei diesem Zusammenschluss darum gehen, Synergien auszuschöpfen – mit dem Ziel, die Kosten zu senken. Und da gibt es durchaus von beiden Firmen abgedeckte Tätigkeitsfelder, die sich dazu «eignen» würden. Etwa im Elektroinstallations- oder im Contracting-Geschäft – und auch der nicht operative Bereich.

Alle im Energiemarkt tätigen Akteure sind derzeit gewaltig unter Druck. Stichworte sind Strompreiszerfall, Überproduktion, komplette Marktliberalisierung, Energiestrategie 2050 mit dem Ausstieg aus der Kernenergie, der Förderung und Ausbau der neuen erneuerbaren Energieträger. Kurz, die Branche ist im Umbruch und das heisst: Veränderung. Angesichts der Grössenverhältnisse ist jetzt auch klar, wer darüber entscheiden wird: Die Berner.