Fussball
Der FC Grenchen bleibt sich bis zuletzt treu

Der FC Grenchen macht sich bereit für die Fusion und hat ausgerechnet jetzt nochmals eine Klage am Hals.

Daniel Weissenbrunner
Daniel Weissenbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Trainer Patrick Bösch wartete vergebens auf die versprochene Entschädigung.

Trainer Patrick Bösch wartete vergebens auf die versprochene Entschädigung.

Marcel Bieri

Brun weg, Bösch weg, Güggi weg. Beim FC Grenchen sind die Aufräumarbeiten vor dem Abstieg aus der 1. Liga und der bevorstehenden Fusion in vollem Gang. Nachdem Vorstand und Mannschaft in dieser chaotischen Saison mehrmals ausgewechselt worden sind, waren in den letzten Tagen nun wieder die Trainer und der Sportchef an der Reihe. Wie es beim Traditionsverein mittlerweile zum Programm gehört, mit dem entsprechenden Getöse.

Sportchef Renato Brun trat vor einer Woche entnervt von seinem Posten zurück. Am Wochenende folgten ihm Trainer Patrick Bösch und Assistent Roland Güggi. Grund war nicht der sportliche Misserfolg. Gegen den FC Solothurn lieferte die Mannschaft eine ansehnliche Leistung ab. Beim FC Grenchen dreht sich erneut alles um das nicht vorhandene Geld. Bösch hat für seine Arbeit seit Monaten keinen Rappen gesehen und nun Klage eingereicht. Sein Abgang erfolgt so, wie es in Grenchen seit Jahren Schule macht. Nicht einvernehmlich, sondern mit einem juristischen Knall. Bösch hat gegen den maroden Klub eine Betreibung eingeleitet.

Der Bruch zwischen Trainer und Vereinsleitung des FC Grenchen ist das hoffentlich letzte grosse Missverständnis in der Historie des einstmals stolzen Vereins. Läuft alles nach Plan, kommt es in den nächsten Wochen zum grossen Zusammenschluss im Grenchner Fussball. Für das ramponierte Ansehen der Sportart wäre eine Goodnews dringend nötig. Eine Elefantenhochzeit lässt sich bei möglichen Geldgebern definitiv besser verkaufen als die andauernden Rosenkriege.

daniel.weissenbrunner@azmedien.ch