Kommentar
Denkpause

Das Konzept für den Strassenraum um den Postplatz kam im Gemeinderat Solothurn durch – nicht aber die Platzgestaltung.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Visualisierung des neuen Postplatzes.

Visualisierung des neuen Postplatzes.

egs / zvg

Solothurn und sein öffentlicher Raum – eine Leidensgeschichte mit vielen Kapiteln. Kritik hagelte es bei den Umgestaltungen des Amtshaus- und Dornacherplatzes. Am Landhausquai verlangte Volkes Stimme eine Abtreppung. Es gab ein schroffes «Njet» der Profi-Planer und Denkmalpflege. Der Gemeinderat kippte darauf den geplanten Aaresteg unterhalb des Quais aus dem Projekt. Aber auch die Pläne am Dornacherplatz stutzte er zurück. Und nun das «Nein» zum neuen Postplatz.

Es ist nachvollziehbar. 2,2 Mio. Franken für einen hälftig vom Bus- und Veloverkehr beanspruchten Platz, nordseitig mit einem Baum-Karree auf einer Plattform als «Aufwertung». Dazu nur ein beschränkter, vage definierter Aare-Zugang – eine Öffnung durch die Mauer zur Uferzone hin lehnt die Denkmalpflege immer noch strikte ab. Tatsächlich ein bisschen wenig für das Geld.

Damit dürfte für den Moment die gesamte Umgestaltung des rückwärtigen Raums mitsamt der Zwängerei eines neuen Parkhauses beim Westbahnhof zweitrangig geworden sein. Die Attraktivierung des Quartiers nördlich der Aare kommt ohnehin viel zu spät: Es ist seit der Sperrung der Wengibrücke 2008 keineswegs aufgeblüht. Aktuell hat die Stadt Solothurn auch ganz andere Sorgen. Mal sehen, was von ihr in einem Jahr noch übrig geblieben ist.

wolfgang.wagmann@chmedia.ch