Sonntagsverkauf
Den Sonntag als Einkaufstag angehen – aber locker

Eine Stadt wie Solothurn wird durch vier Sonntagsverkäufe nicht unattraktiver.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Rote Teppiche und Buchsbäume markierten die offenen Geschäfte

Rote Teppiche und Buchsbäume markierten die offenen Geschäfte

Hanspeter Bärtschi

Sonntags einkaufen? Warum nicht. Es gibt Leute, die daran ihren Spass haben. Jedenfalls ist alles deutlich entspannter als an einem Samstag, wo man sich schon fast auf den Füssen steht und viele Shopping-Fans genervt wirken, weil sie irgendwo warten müssen oder dabei gar vom zustehenden Vortritt verdrängt werden.

Der Sonntag dagegen hat eine gewisse Leichtigkeit des Seins – man kann, muss aber nicht unbedingt. Und da das Einkaufen sonntags in Solothurn nur viermal pro Jahr flächendeckend möglich ist, bleibt die Gefahr einer Übersättigung gering. Im Frühling gibts ohnehin nur eine Chance zum Sonntagseinkauf, was aber für einige schon zu viel ist.

Etliche Geschäftsleute sehen in der ersten Jahreshälfte kaum Potenzial für einen guten Geschäftsgang. Ohne Advent fehlt der Pistolenlauf des «Geschenke-haben-Müssens» im Rücken. Also lässt man den Laden zu. Auch die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn sah in den Vorjahren keine Veranlassung, etwas für den ersten Sonntagsverkauf im Jahr zu tun. Und blieb werbemässig in Deckung. Nun hat sie sich hervorgewagt, eine Aktion lanciert und damit auch etliche Geschäfte motiviert, ihre Kundschaft speziell zu begrüssen.

Negativisten mögen diese Kampagne eher schlechtmachen, Skeptiker auch weiterhin auf Distanz bleiben. Doch nur, wer etwas tut und in Zukunft dranbleibt, erzielt Fortschritte. Eine attraktive Altstadt wie Solothurn mit ihrer grossen touristischen Anziehungskraft sollte wenigstens viermal im Jahr solidarisch ihren Gästen etwas mehr bieten als ein, zwei offene Cafés und Museen. Das muss noch nicht in Stress münden, sondern kann allen etwas bringen – den Kaufenden wie Verkaufenden.

@ wolfgang.wagmann@azmedien.ch