Sicherheit an der Fasnacht
Das Restrisiko

Wolfgang Wagmann
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Lehre aus dem «Blindgänger»-Vorfall beim Bööggverbrennen: In Zukunft soll auf herausschiessende Feuerwerks-Elemente verzichtet werden.

Lehre aus dem «Blindgänger»-Vorfall beim Bööggverbrennen: In Zukunft soll auf herausschiessende Feuerwerks-Elemente verzichtet werden.

Hanspeter Baertschi

An der Fasnacht ist das Risiko immer ein Faktor. Menschenmassen, Alkohol, fehlende Sicherheitsmassnahmen oder falsches Material. Der schlimmste Vorfall in Honolulu ereignete sich vor Jahrzehnten am UNO-Ball, als einige Kostümierte im Konzertsaal Feuer fingen und der entflammte Stoff ihnen schwere Verbrennungen zufügte.

Noch heute darf man nicht daran denken, was 1990 im Landhaus hätte passieren können: Mehr als 2000 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler quetschten sich am ersten Bööggefescht ins Foyer, die Säulenhalle, den Saal und das Schämpis-Stübli. Seither ist Risiko-Minimierung auch an der Fasnacht oberstes Gebot.

Die Umzugswagen werden heute auf Herz und Nieren geprüft oder sogar gleich in der Halle gelassen, wenn starke Winde drohen. Der im Nachhinein letztlich wohl unnötige Entscheid ist aber – da von allen mitgetragen – nun nicht mehr zu hinterfragen.

Auf der sicheren Seite zu bleiben, ist auch eine Qualität. Vielleicht nicht so spektakulär, doch Hauptsache, die Fasnacht nimmt keinen Langzeit-Schaden. Leider hat das wohl spektakulärste, aber auch riskanteste Fasnachtsspektakel einmal mehr die Grenzen des Machbaren aufgezeigt. Es kann nicht sein, dass aus dem entzündeten Böögg Feuerwerkskörper auf Augenhöhe in Richtung Publikum zischen.

Nicht einer, sondern gleich mehrere. Im Gegensatz zu Petri Launen sollte wenigstens der Mensch berechenbar bleiben. Deshalb müssen sich die
Bööggiers genau überlegen, wie viel Pyromantik ihnen das Risiko von Verbrennungen oder sogar einer schweren Augenverletzung wert ist. Der Böögg wird eigentlich nur verbrannt. Der 1. August ist ein ganz anderes Thema. Ein schwerer Zwischenfall auf dem Märetplatz – und wir haben nur noch den 1. August.

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