Seitenhieb
Das Alter ist relativ

Gespräch in der vergangenen Woche mit einem 14-Jährigen. Es ging um das Thema «alte Menschen». Was ist denn alt? «So zwei Jahre älter als du.» Hmm ... Dankeschön. «Mittelalterlich» wäre ja noch zu verkraften gewesen. Aber alt?

Rahel Meier
Rahel Meier
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Gespräch mit einem Arbeitskollegen in der morgendlichen Diskussionsrunde. Der 20-Jährige erklärt, dass er «historisches» Material gefunden hat. Historisch? Was denn? «Artikel aus den 90er-Jahren.» Hmm ... Dankeschön. Wenn die 90er-Jahre schon «historisch» sind, was sind dann die 60er? Prähistorisch? Urzeitlich?

Gespräch mit einer Kollegin, die eben in einer Weiterbildung war. Sie war die älteste Kursteilnehmerin, und die Kursleiter haben nur gesagt: «Dir muss man das ja nicht erklären, das kennst du ja noch von früher.» Aha! Dankeschön. Endlich mal jemand, der erkannt hat, dass es auch von Vorteil sein kann, ein paar Jährchen älter zu sein.

Das Alter bringt in aller Regel Erfahrung. Es bringt Weisheit. Und Gelassenheit. Oder vielleicht doch nicht? Jedenfalls nicht, wenn es um das eigene Alter geht, das stetig fortschreitet? Hmm ... Eigentlich streite ich viel zu gerne mit Jugendlichen darüber, was alt oder altmodisch ist, um allzu gelassen zu sein. Und wissen Sie was? Streiten hält jung. Oder wie es der ebenfalls nicht mehr ganz junge Privatdetektiv Philip Maloney sagen würde: «So geht das.»

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