Kommentar
Dann viel Glück mit der internationalen Schule

Wie bitte, die serbelnde internationale Schule Solothurn soll gerettet und erfolgreich in die Zukunft geführt werden?

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Die International School an der Zuchwilerstrasse in Solothurn: Die Schule hat jetzt drei Jahre Zeit, sich auf dem Solothurner Bildungsmarkt zu bewähren.

Die International School an der Zuchwilerstrasse in Solothurn: Die Schule hat jetzt drei Jahre Zeit, sich auf dem Solothurner Bildungsmarkt zu bewähren.

Hanspeter Bärtschi

Ein überaus ambitiöses Unterfangen, wenn man über die Kantonsgrenzen hinausblickt:

– Internationale Schule Winterthur im vergangenen Monat geschlossen.

–Internationale Schule Baden schliesst im kommenden Sommer.

–Internationale Schule Luzern will ebenfalls die Segel streichen.

Alles Städte, mit deutlich mehr internationalen Firmen im Einzugsgebiet als hier am Jurasüdfuss auszumachen sind. So hatte die Badener Schule zuletzt immerhin 126 Schüler vorzuweisen. Doch selbst diese Anzahl reichte ganz offensichtlich nicht aus, um einen finanziell ausgeglichenen Betrieb zu gewährleisten. 250 Schüler wären dazu nötig gewesen, ist von den Verantwortlichen zu erfahren.

Und in Solothurn soll nun also eine genügend grosse Nachfrage für einen ordentlichen Betrieb vorhanden sein? In der Vergangenheit war dies nicht der Fall, wie wir mit aller Deutlichkeit aufgezeigt haben. Da hat auch die mehrere hunderttausend Franken betragende Anschubfinanzierung des Kantons die Flughöhe nicht positiv beeinflussen können.

Wo es funktioniert

Attraktiv sind dagegen ganz offensichtlich die Schulen in Zürich, Bern und im Raum Basel. Für Manager ohne Grenzen ist es verlockend, sich mit ihren Familien dort anzusiedeln und ein Leichtes, wenn nötig ins «nahe» Solothurn zur Arbeit zu pendeln.

Sie sollen es richten

Die international ausgerichteten Privatschulen sind primär als Angebot für Expats gedacht, also für den Nachwuchs von ausländischen Managern, die nur für eine begrenzte Zeit in einem Unternehmen tätig sind und dann weiterziehen. Die Anforderungen an solche Schulen sind entsprechend hoch. Expats? Kennen Sie Dutzende mit Kindern hier im Grossraum Solothurn? Eben – da dürfte das Problem liegen.

Wir haben wohl einige wenige Unternehmen, die dafür infrage kommen. Dass die betroffenen Familien jedoch auch den Wohnsitz zum Arbeitsplatz verlegen, ist dagegen alles andere als selbstverständlich: Weltstädter am Jurasüdfuss und die Kids in einer krisengeschüttelten Schule? Wohl nicht gerade eine Traumlösung.

Neuanfang

Dem künftig breiter abgestützten Solothurner Projekt eine zweite Chance vorschnell abzusprechen, wäre jedoch falsch, zumal nun Industrieunternehmen das Label «Standort-Attraktivierung» hochhalten wollen. Weitere öffentliche Fördergelder sind also kein Thema. Doch realistisch betrachtet, ist nicht davon auszugehen, dass das Projekt zu einem veritablen Höhenflug ansetzen wird.