Horriwil
Da werden Erinnerungen wach

Der Horriwiler Gemeindepräsident Franz Schreier ist Knall auf Fall zurückgetreten.

Rahel Meier
Rahel Meier
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Gemeindepräsident Franz Schreier tritt zurück.

Gemeindepräsident Franz Schreier tritt zurück.

zvg

Nicht schon wieder, werden sich einige Horriwiler sagen. Zwar hat dieses Mal nur eine Person, dafür der Gemeindepräsident, demissioniert. Trotzdem werden Erinnerungen wach: 2011 trat der Gesamtgemeinderat zurück und das Dorf wurde auf Geheiss des Kantons mehrere Monate fremdverwaltet.

Die Situation ist durchaus vergleichbar. 2011 traten die Gemeinderäte zurück, weil die Gesprächskultur im Dorf vergiftet war. Jetzt tritt Gemeindepräsident Franz Schreier zurück, weil für ihn die Gesprächskultur im Gemeinderat nicht mehr zu ertragen ist. Warum gerade die Diskussionen rund um das Dorfzentrum so viel Zündstoff bergen, ist für Nicht-Horriwiler unverständlich.

Liegt es daran, dass sich Alteingesessene und Neuzuzüger nicht einig sind? Im Gemeinderat sind beide vertreten. Ist es ein Generationenkonflikt? Auch dies kann verneint werden, wenn man sich das Alter der Gemeinderäte ansieht. Ist es die Person Franz Schreier, die Autorität ausstrahlt, der aber auch viel Zeit in sein Amt investiert und liegen gebliebene Geschäfte vorangetrieben hat? Da offiziell niemand Stellung nimmt, bleiben die Beweggründe im Dunkeln.

Pascal Kissling tritt keine leichte Aufgabe an. Als bisheriger Vizegemeindepräsident liegt es nun an ihm, die Geschäfte in der Gemeinde weiterzuführen. Seine Position in Sachen Dorfzentrum ist bekannt: Er hat den vorliegenden Gestaltungsplan von Anfang an bekämpft. Er, der seinem Vorgänger Voreingenommenheit vorgeworfen hat, wird nun beweisen müssen, dass er sein Amt nicht dazu missbraucht, seine Sicht kompromisslos durchzusetzen.

rahel.meier@azmedien.ch

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