«Theo meckert»
Cool gemacht, Kurt Fluri

Theodor Eckert
Theodor Eckert
Drucken
Teilen
Streitgespräch zwischen Kurt Fluri (r.) und Roger Köppel (.) mit Moderaor Bernhard Kislig.

Streitgespräch zwischen Kurt Fluri (r.) und Roger Köppel (.) mit Moderaor Bernhard Kislig.

Hanspeter Bärtschi

Kurt Fluri sitzt in Bundesbern mittlerweile in der ersten Reihe. Wer national im Rampenlicht steht, der muss damit leben, dass ihm in Diskussionsrunden nur allzu gerne gröbere Kaliber vorgesetzt werden. Der Solothurner Nationalrat hat damit kein Problem. So beobachtet im Grenchner Parktheater, in das extra ein Ratskollege Fluris aus Zürich eingeflogen oder zumindest herangekarrt wurde. Wie auch immer, hinein in die Arena wurde er schier mit der Sänfte getragen.

Der Gladiator war natürlich kein Parteikollege unseres FDP-Mannes, auch kein Linker, keiner aus der Mitte und auch keiner von der revolutionären marxistischen Liga. Dafür ein smarter Kerl, frei von Bisshemmungen, mit geschliffenem Mundwerk und mindestens einmal pro Woche mit einer lockeren Feder obendrein. Und einen weiteren, fast perfiden Vorteil hatte der 2015 schweizweit bestgewählte Nationalrat aus der Limmatstadt auf seiner Seite: Er konnte an einer Veranstaltung seiner eigenen Partei davon ausgehen, das Publikum im Sack zu haben.

Einem Popstar gleich hat der Zürcher versucht, den Funken springen zu lassen – allein das Publikum kam einfach nicht in die Gänge. Verwunderlich war es nicht. Wer während zweier Stunden ausser längst bekannten Positionen nicht viel mehr zu bieten hat als sein Gegenüber lächerlich zu machen, es süffisant herabzukanzeln oder mit flotten Sprüchen blosszustellen, kann einen flurischen Panzer ganz einfach nicht durchdringen.

Ohne sich zu verbiegen und frei von Lokalpatriotismus: Der Zürcher Verleger konnte den Solothurner Stadtpräsidenten nicht vorführen. Das haben im Zuschauerraum einige erhofft, wie Gesprächsfetzen zu entnehmen war. Doch Kurt Fluri hatte alle Zahlen, Daten und Fakten präsent. Er war hellwach, abgeklärt, beharrlich und ausdrucksstark. Zu viel für den Gast. Dessen provokatives Dauergrinsen schien zuweilen richtiggehend einzufrieren. Ganz cool gemacht, Kurt Fluri.

theodor.eckert@azmedien.ch

Aktuelle Nachrichten