Filmtage
Christine Beerli war mehr als eine Gastgeberin

Bilanz: Christine Beerli beendet ihr Amt als Präsidentin des Vereins Gesellschaft Solothurner Filmtage.

Fränzi Zwahlen-Saner
Fränzi Zwahlen-Saner
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Christine Beerli bei der Eröffnungsrede.

Christine Beerli bei der Eröffnungsrede.

Als Christine Beerli vor zwölf Jahren Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft der Solothurner Filmtage wurde, hatte sie noch immer die Nicht-Wahl zur Bundesrätin 2003 (gegen Merz) zu verkraften. Überhaupt hatte sie in diesen Jahren mit ihren politischen Mandaten ziemlich aufgeräumt und sich eher den sozialen Engagements verschrieben. So betrat sie völliges Neuland mit dem Amt in Solothurn, einer im Kulturbereich tätigen Institution. «Ich verstehe mich als eigentliche Gastgeberin», sagte sie damals fast etwas schüchtern im Interview.

Eine Rolle, die sie bis gestern Abend mehr als erfüllt hat. Denn sie hat mehr getan, als einfach auf nette Art Leute zu begrüssen. Beerli hat bei der schwierigen Suche nach einer Nachfolge für Ivo Kummer grossen Mut bewiesen und die junge Seraina Rohrer ins Boot geholt. Und sie hat die Anstrengungen unterstützt, die Solothurner Filmtage immer mehr dem Publikum zu öffnen, jedoch das Branchentreffen nicht zu vernachlässigen.

Bei allen Geschäften hat sie ein feines Gespür für Nähe und Distanz zur operativ tätigen Geschäftsführung bewiesen. Wahrscheinlich das Geheimnis des Erfolges der Solothurner Filmtage. Doch eines ist ihr und dem Team (noch) nicht gelungen: einen zweiten Hauptsponsor für die Filmtage zu finden, mit dem das finanzielle Korsett der Veranstaltung wieder etwas weniger straff geschnürt werden müsste. Beerli ist aber zuversichtlich, dass dieses Problem gelöst werden kann. Wir tun es ihr gleich und hoffen, ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin kann dieses Geschäft auf gute Wege bringen. Denn Beerli selbst hat bewiesen: Neue Besen kehren gut.

fraenzi.zwahlen@azmedien.ch