Persönlich
Campylobacter

Warum ein munzig kleiner Campylobacter Dich an den Festtagen uralt aussehen lassen kann.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Triviale Hühnerleber lässt einem die Bürokrati. (Symbolbild)

Triviale Hühnerleber lässt einem die Bürokrati. (Symbolbild)

Alle Jahre wieder kommt sie – oder etwa nicht? Nein, sagt mein Hoflieferant. Diesmal kommt sie nicht. Leider nein, absolut nichts zu machen. Sie ist gesperrt. Damit ist mir wieder etwas über die Leber gekrochen, das sehr viel mit dem Darm zu tun hat.

Denn dort wütet das munzige Bakterium Campylobacter. Ein Erreger dessen, was man gemeinhin den Dünnpfiff nennt. Oder Durchfall – wie Sie wollen. Der Campylobacter ist ein Lieblingstierchen des Bundesamts für Gesundheit BAG.

Ein «Hochrisikofaktor», wie Studien belegen. Vor allem in einem Lebensmittel. Das nur gut erhitzt dem Campylobacter keine Chance auf den freien Fall in die WC-Schüssel lässt. Leider, so die BAnGen Beamten, gebe es immer noch Rezepte, die kein völliges Erhitzen vorschreiben. Deshalb: Hochrisikofaktor und Sperre.

So kommt sie dieses Jahr nicht in meine Truthahnfüllung. Die Leber des Vogels. Auch nicht von Gans oder Ente (die geächtete Stopfleber gibts dagegen überall).

Triviale Hühnerleber lässt mir die Bürokratie ansonsten noch. Bähhhh! Dafür lohnt es sich nicht, an den Herd zu stehen. Recherche. Doch, doch, meint ein profunder Insider, Du kriegst Deine Trutenleber.

Es gibt da einen Gourmet-Lieferanten. Toll! Aber ... – was aber? Du musst mindestens 5 Kilo nehmen. Aha. Ein bisschen viel Leber auf einmal.

Die sollte ja total durchgegart sein. Sonst reicht die Menge, um sämtliche Familienfeiern einer Kleinstadt wie Solothurn durchfallen zu lassen. Im wahrsten Sinne des Unwortes.

5 Kilo. Riesenmengen gibts offenbar. Für Wirte. Die können kochen. Wir tumben Kleinen nicht. Also hängt man uns auf – totale Lebersperre. Den Beamten ein frohes Fest: mit dem Campylobacter aus der Beiz! @ wolfgang.wagmann@azmedien.ch