Einkaufszentrum Solothurn
Brandbeschleuniger

Man schaut keineswegs tatenlos zu, wie Solothurn Probleme bekommt. Doch tut die Stadt das Richtige?

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Gurzelngasse um 1900. Solothurn hat in den letzten Jahren Frequenzen in der Flanierzone fürs Shoppen, Essen und Trinken generiert.

Gurzelngasse um 1900. Solothurn hat in den letzten Jahren Frequenzen in der Flanierzone fürs Shoppen, Essen und Trinken generiert.

Archiv kantonale Denkmalpflege

Auch im Einkaufszentrum Solothurn legt der Strudel an Sogkraft zu: Grössere Geschäfte schliessen, die Leerflächen mitten in der Altstadt wachsen dramatisch. Das Internet-Business und der Einkaufstourismus setzen dem stationären Handel zu, die Vermietung von Ladenlokalen wird schwieriger. In den Nebengassen ohnehin, aber auch in zentralen Lagen dürften zusehends mehr Quadratmeter Verkaufsfläche auf den Markt kommen und weniger Mieterträge generieren als auch schon. Bereits ist HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner alarmiert. Am jüngsten Forum der Herbstmesse meinte er zur einsetzenden Abwärtsspirale lakonisch: «Noch schauen wir tatenlos zu.»

Da irrt Unterlerchner. Tatenlos bleibt man keineswegs. Politik und Behörden werkeln derzeit emsig an der Stadt Solothurn der Zukunft herum. öV-Angebot im Viertelstundentakt, Ausbau des Langsamverkehrs, Kastration des Autoverkehrs über sogenannte Mobilitätskonzepte und die Plafonierung des Strassenraums, höhere Hürden für neue Parkplätze – das sind die Stossrichtungen in der Ortsplanungsrevision und im neuen Parkplatzreglement. Geeignete Ansätze, um Solothurn als Wirtschafts- und Einkaufsstandort attraktiv zu halten?

Immerhin hatte Solothurn vieles richtig gemacht und damit Frequenzen in der Flanierzone fürs Shoppen, Essen und Trinken generiert. In einem Vierteljahrhundert wurden drei Parkhäuser am Stadtrand errichtet, die Altstadt zur Fussgängerzone umfunktioniert, der Aareraum aufgewertet. Der Erfolg gab diesem Vorgehen recht. Aber jetzt gerät dieser ernsthaft in Gefahr: Ein Flächenbrand entsteht, und man facht das Feuer noch an.

Wolfgang.Wagmann@azmeiden.ch