Kommentar
Bitti-bätti bei der Feuerwehr?

Ein Kommentar zum Fakt, dass es bei den Feuerwehren keine Befehle mehr gibt.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Bei der Feuerwehr soll die Kommunikation möglichst wortlos funktionieren.

Bei der Feuerwehr soll die Kommunikation möglichst wortlos funktionieren.

«Würdest du bitte allenfalls in Erwägung ziehen, dich weiteren Kommentaren zu enthalten und das Thema ruhen zu lassen?» So sollte man wohl deeskalierend formulieren, was einem bereits zuvorderst auf der Zunge liegt, nämlich ein trockenes «Halt die Klappe». Ja, wir alle sind im Umgang mit unseren lieben Mitmenschen täglich gefordert. Zuweilen ganz einfach überfordert: Mit welchen Worten, in welcher Tonlage dürfen wir etwas ausdrücken, was geht gar nicht mehr? Welche Last, die gendergerechte Sprache mit den «-innen», den unsäglichen Umschreibungen respektive neutral anmutenden Sprachkreationen.

Dieser gesellschaftliche Wandel hat nun also auch die Feuerwehr erreicht. Die Botschaft aus der 118er-Zentrale ist unmissverständlich: Ein militärischer Befehlston sei selbstständig denkenden Brandbekämpfern (und selbstverständlich auch allen Feuerlöscherinnen) nicht mehr zuzumuten. Müssen die Vorgesetzten künftig bitti-bätti machen, bevor jemand sich bemüssigt fühlt, die Drehleiter auszufahren? Diese Frage bejahen altgediente Feuerwehrleute spätestens beim zweiten Bier und lästern, dass anstelle von zackigen Anweisungen nun nonverbale Kommunikation und Eigeninitiative treten sollen.

Als Aussenstehender staunt man, dass der Umgang der Retter untereinander in einem 300-seitigen Regelwerk völlig neu definiert werden muss. Wenn es um Leben oder Tod geht, hofft man doch bloss, dass die Vorgesetzten schnell und unmissverständlich befehlen, wie mit Wasser und Schaum umzugehen ist. Gerade in prekären Situationen dürfte auch die Mannschaft froh darüber sein.

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