Schwarzbubenland
Bitte informieren, nicht bevormunden!

Die Kantonspolizei Solothurn informiert absichtlich nicht über einzelne Einbrüche.

Christian von Arx
Christian von Arx
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Die Polizei verzichtet darauf, offener über einzelne Einbrüche zu informieren. (Symbolbild)

Die Polizei verzichtet darauf, offener über einzelne Einbrüche zu informieren. (Symbolbild)

L. Hausendorf

In den letzten Jahren wurden Solothurns nördliche Kantonsteile zunehmend von Einbrecherbanden heimgesucht. Jetzt zeigen die Gegenmassnahmen der Polizei Wirkung: Seit Anfang dieses Jahres gingen die Einbruchszahlen stark zurück. Das ist sehr erfreulich.

Aufhorchen lässt aber die Antwort der Solothurner Regierung auf den Vorwurf von Kantonsrat Silvio Jeker (SVP, Erschwil), in den offiziellen Polizeimeldungen lese man kaum etwas über die Einbruchswelle. Die Regierung stellt dies nicht etwa in Abrede, sondern bestätigt Jekers Befund: «Blosse Meldungen über mehrere Einzelereignisse führen zu Verunsicherungen der Leser», schreibt der Regierungsrat. Die Folge seien «allgemeines Misstrauen, Abkapselung und Verängstigung». Und: «Aus diesem Grund verzichtet die Polizei darauf, offener über einzelne Einbrüche zu informieren.»

Die Kantonspolizei hält also Meldungen bewusst zurück, um die Bevölkerung nicht zu «verängstigen». Diese rührende Sorge ist völlig verfehlt. Polizeimeldungen sollen ein zutreffendes Bild der aktuellen Sicherheitslage im Kanton vermitteln. Wenn die Einbrüche im Schwarzbubenland zunehmen, dann muss es mehr Meldungen über Einbrüche im Schwarzbubenland geben. Alles andere ist kontraproduktiv. Der Versuch, die Lage an der «Einbruchsfront» durch Verschweigen zu beschönigen, ist aussichtslos: Die Leser merken das und misstrauen dann den amtlichen Informationen – zu Recht. Nur eine verlässliche Information führt zu Vertrauen. Fazit: Die Kantonpolizei Solothurn muss ihre bevormundende Informationspraxis dringend überdenken.