Restaurant Türk
Aus der Traum

Der letzte Pächter des Restaurant Türk in Solothurn verlor viel Geld.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Das Restaurant Türk von aussen.

Das Restaurant Türk von aussen.

Joshua Villing

Wer kocht, hat ihn: den Traum vom eigenen Restaurant. Doch vom Koch zum Wirt ist es ein grosser Schritt. Der gute Koch bleibt nur als guter Kaufmann erfolgreich, denn das Business ist hart. Kommen noch Vorbelastungen dazu, ist das Geschäftsmodell rasch Makulatur. Der «Fall Türk» mag ein ganz spezieller sein, doch zeigt er exemplarisch auf, welchen Abgründen entlang sich die Gastro-Branche hangelt. Gar mancher stürzt dabei ab. Oder wie der kantonale Wirtepräsident Peter Oesch jüngst in unserem Interview sagte: «Am Abend hat man in diesem Beruf immer Bargeld. Da muss man einfach wissen, dass 95 Prozent davon den Gläubigern gehört.»

Manchmal sind es auch weit mehr als «nur» die 95 Prozent. Dann bleibt gar nichts zum Leben, geschweige zum Überleben. Können die wieder eingeführten Wirtekurse mit etwas Buchhaltungs-Nachhilfe solche Fälle verhindern? Wohl kaum. Denn für manche Leute ist die Erfüllung ihres Traums wichtiger als die Macht des Faktischen. Das aber ist der Stoff, aus dem Albträume sind.

wolfgang.wagmann@schweizamwochenende.ch