Kommentar
Aus der Sparrunde wird ein Dominoeffekt

Biel streicht 360 000 Franken ans Theater Orchester Biel Solothurn. Biel ist aber nicht die einzige Geldgeberin.

Andreas Kaufmann
Andreas Kaufmann
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Das Stadttheater Solothurn. (Archiv)

Das Stadttheater Solothurn. (Archiv)

Felix Gerber

Bei der aktuellen Sparrunde in der Bieler Stadtkasse steht nicht weniger als die Existenz des Theater Orchesters Biel Solothurn (Tobs) auf dem Spiel. Obschon: Streicht das Bieler Parlament rund neun Prozent oder 360 000 Franken des Beitrags weg, so tut dies zwar merklich weh, bricht aber dem Kulturbetrieb nicht gerade das Genick.

Nun sind die Bieler aber nicht alleinige Geldgeber. Ebenso steuern ein Verbund an Seeländer Gemeinden, der Kanton Bern und die Stadt Solothurn ihren Anteil bei, damit auf den Bühnen die Lichter nicht ausgehen.

Verheerend wäre nun folgender Dominoeffekt: Wenn Biel weniger zahlt, weshalb sollten dann die Partner dieses Leistungsvertrags nicht auch anteilsmässig auf einen Sparmodus umschalten?

Dann wären es plötzlich nicht nur 360 000 Franken, sondern rund eine Million Franken, die wegfallen. Und dann stünde das Tobs, wie Intendant Dieter Kaegi ausführt, definitiv auf der Kippe.

Kurt Fluri hat als kulturaffiner Solothurner Stadtpräsident wenig Verständnis für den Entscheid aus Biel. Zum wohltätigen Samariter, der in die Lücke springt, will man dann aber doch auch nicht werden.

Natürlich hat es Solothurn leicht, über die Rotstiftattacke der Bieler zu urteilen, während die Lage in der eigenen Stadtkasse rosiger kaum sein könnte. Und natürlich erfolgt die Auflösung oder Nichterneuerung des Vertrags auf rechtmässige Art und Weise.

Dennoch muss Kritik erlaubt sein, wenn das Bieler Parlament das funktionierende Trägermodell des Tobs in einer Sparrunde infrage stellt und vielleicht gar demontiert. andreas.kaufmann@azmedien.ch