FDP-Regierungsratskandidaten
Aufschlussreiches Hearing

Heute Mittwoch bestimmen die FDP-Delegierten, wer Esther Gasslers Sitz in der Solothurner Regierung verteidigen soll.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Hearing der Kandidierenden für den Regierungsrat: von links Peter Hodel, Marianne Meister, Moderator Christian von Arx, Anita Panzer, Frank-Urs Müller und Peter Brügger

Hearing der Kandidierenden für den Regierungsrat: von links Peter Hodel, Marianne Meister, Moderator Christian von Arx, Anita Panzer, Frank-Urs Müller und Peter Brügger

Bruno Kissling

Die Solothurner Regierung ist fest in Männerhand. Doch seit rund dreissig Jahren darf auch eine Frau mitmachen. Immerhin. Nein, diese Vorreiterrolle kommt nicht dem als fortschrittlich eingestuften links-grünen Lager zu. Cornelia Füeg, Ruth Gisi und Esther Gassler sind freisinnige Frauen. Die FDP hat damit markante Akzente gesetzt. Und dies nicht mit Quotenfrauen. Nun könnte die liberale Partei gar noch einen daraufsetzen. Dann nämlich, wenn sie heute Abend an der Delegiertenversammlung den Weg freimacht für zwei Frauen in der fünfköpfigen Regierung.

Damit wäre die Hälfte der Bevölkerung im Rathaus immer noch nicht übervertreten. Für gestandene freisinnige Mannsbilder allerdings kein stichhaltiges Argument, um der weiblichen Tatkraft etwas mehr Gestaltungs- und Führungsspielraum zuzugestehen. «Wir haben jetzt lange genug eine Frau gestellt, nun sollen mal die andern» – hinter vorgehaltener Hand sind denn auch solche Stimmen zu hören. Wie zahlreich sie in der noch jungen Mitgliederpartei vertreten sind, werden wir in Kürze wissen. So viel steht bereits fest: Die zweite Kandidatur neben Remo Ankli wird nicht mehr vom traditionellen Volksfreisinn gekürt.

Das äusserst spannende FDP-Finale auf die Frauenfrage zu reduzieren wäre sicher falsch. Sie einfach auszublenden, ist jedoch nach der jüngsten Parteiversammlung in Olten auch nicht besser. Die drei Männer und die zwei Frauen wurden von den anwesenden Mitgliedern zwar allesamt in regierungsrätliche Sphären hochgejubelt (man könne stolz sein, eine derart schwergewichtige Auswahl zu haben).

Doch das Hearing bestätigte diese Einschätzung leider nicht. Das Spektrum reichte von übermotiviert-plakativ bis defensiv-verunsichert. Doch Majorzwahlen entscheidet man mit souveränen Winnern. Die FDP hat eine solche Kandidatin in ihren Reihen.

theodor.eckert@azmedien.ch