Konkurs
Auf Mitarbeitende wartet die kalte Strasse

Die Bellacher Lanco AG muss die Bilanz deponieren. 50 Angestellte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Franz Schaible
Franz Schaible
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Mit Lanco verschwindet eine Firma, die einst zur Branchenspitze gehörte.

Mit Lanco verschwindet eine Firma, die einst zur Branchenspitze gehörte.

Hanspeter Bärtschi

Die Geschichte wiederholt sich. Es ist noch nicht lange her, als ein weitherum respektiertes und sogar mit einem Unternehmerpreis ausgezeichnetes Unternehmen Knall auf Fall den Betrieb einstellte. Die Balsthaler Müller Holzfeuerungen AG geriet in einen Liquiditätsengpass und deponierte die Bilanz.

Jetzt folgt ein weiterer angesehener Betrieb. 1981 aus der damals pleitegegangenen Uhrenfabrik Lanco herausgelösten spezialisierten Abteilung für Montagesysteme entstand in der KMU-Landschaft Solothurn ein wichtiger industrieller Pfeiler. Wiederum über Nacht schliesst der Betrieb, obwohl offenbar nicht wenige Aufträge im Hause sind. Das Geld ging aus, die Überschuldung liess nur noch den Gang zum Konkursrichter offen.

Es gibt zwar keine Garantie auf einen Arbeitsplatz. Der Stellenabbau gehört zum wirtschaftlichen Alltag – genauso wie die Schaffung von neuen Jobs. In der Regel gelingt das nicht schlecht, das Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau ist fast erreicht. Ohne die Interna genau zu kennen: Firmenschliessungen auf diese Art und Weise sind ein Armutszeugnis für das Unternehmertum. Eigentlich gilt es doch, die Signale frühzeitig zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Wenn die Weiterexistenz nicht mehr möglich ist, dann soll das Ende zumindest in geordneten Bahnen verlaufen mit möglichst abgefederten Folgen für die Mitarbeitenden. Diese bleiben aber bei einem Konkurs auf der kalten Strasse zurück: Kein Geld für Sozialplanleistungen, ab sofort ohne Job und keine Vorbereitungszeit für die Arbeitssuche. Wahrlich kein Ostergeschenk.