Kommentar
Auf Messers Schneide

Der Krimi blieb spannend bis zum Schluss: Erst als die Resultate der letzten paar Gemeinden ausgezählt waren, stand endlich fest, dass im Kanton Elektroheizungen – nach einer grosszügigen Übergangsfrist – ab dem Jahr 2030 verboten sein werden.

Urs Mathys
Urs Mathys
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Lange waren die Gegner der Vorlage zuerst deutlich, dann mit ein paar hundert Stimmen vorne gelegen, um 13.25 Uhr, als die Stimmen von 103 Gemeinden vorlagen, kippte das Resultat vom Nein- ins Ja-Lager. Bis zuletzt aber stand das Ja auf des Messers Schneide.

Den Ausschlag gaben letztlich die zustimmenden drei Städte und ihre Agglomerationsgemeinden – aber auch aufgeschlossene ländliche Regionen wie der Bucheggberg oder das politisch von Basel geprägte Dorneck sagten Ja. Der Nein-Anteil war umso deutlicher in Gegenden, in denen Elektroheizungen historisch bedingt noch am verbreitetsten sind oder auch wo die SVP und die FDP (beide Parteien lehnten die Vorlage ab) stark vertreten sind.

Soll der Staat dem Bürger tatsächlich vorschreiben, wie er seine Wohnung, sein Haus zu heizen hat? Nein, haben die Gegner der Vorlage gesagt, die das Verbot als Eingriff in die Eigentumsrechte geschimpft haben. Die in der Gesetzesrevision vorgesehene lange Übergangsfrist bis 2030 und die grosszügigen Ausnahmebestimmungen haben solche ordnungspolitische Bedenken in den Hintergrund treten lassen. Eine – äusserst knappe – Mehrheit der Stimmenden fand offensichtlich, dass das Verbot der Elektroheizungen vielmehr auch ein Zeichen für die auf Bundesebene eingeleitete Energiewende ist. Und damit ein Schritt in die richtige Richtung. Denn Strom – selbst wenn er billig ist, wie heute – ist auf Dauer viel zu kostbar, nur um verheizt zu werden.