Wirren bei Skuba
Zwangsmitgliedschaft auf dem Robispielplatz

Die Studierendenvertretung Skuba an der Uni Basel hat das Caffè Bologna mit 360'000 Franken Schulden an die Wand gefahren. Ausflüge in die Realwirtschaft soll die Skuba in Zukunft gefälligst bleiben lassen.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Das Caffè Bologna soll weiterhin ein Studenten-Treff bleiben. Aber unter professioneller Führung.

Das Caffè Bologna soll weiterhin ein Studenten-Treff bleiben. Aber unter professioneller Führung.

Roland Schmid

Die Studenten an der Uni Basel sollen mitbestimmen können, wo ihre Uni hingeht. Dafür gibt es eine Art Parlament, den Studierendenrat, die Fachgruppen der Institute und so weiter. Alles zusammen heisst Skuba. Die Skuba ist längst mehr als ein muffiger Keller im Kollegiengebäude mit einer Kopiermaschine und einem Kiosk mit Büromaterial. Mehr als ein Verein, der sich immer dann zu Wort meldet, wenn jemand das böse Wort «Studiengebührenerhöhung» in den Mund nimmt. Doch nun ist die Skuba vor allem eines, nämlich auf Tauchfahrt.

Zunächst war da die Geschichte mit dem Caffè Bologna, der Idee einer von Studenten für Studenten betriebenen Baiz. Natürlich politisch korrekt, mit vegetarischen und veganen Angeboten. Nur leider fehlte auch nur das geringste Verständnis für zwei entscheidende Dinge: 1. Gastronomie und 2. Betriebswirtschaft. So scheiterte das Projekt spektakulär an ausbleibenden Kunden, zu hohen Ausgaben und wohl noch weiteren Faktoren. Anders ist es nicht zu erklären, wie man in einem halben Jahr einen Schuldenberg von 360'000 Franken anhäuft. Da hätte man die Tofuburger auch gleich mit Hunderternoten belegen können.

Nun der Tragödie politischer Teil: Die Skuba hat den Austritt aus dem VSS gegeben. Das ist der Dachverband der Studierendenschaften. Damit spart die Skuba die jährlich 54'000 Franken Mitgliedschaftsgebühren. Oder sie würde sie sparen, hätte der VSS der Skuba nicht bereits angesichts ihrer Finanzprobleme den Grossteil des Beitrags erlassen und ihn auf neu 17'000 Franken reduziert. Den Austritt beschloss der Studierendenrat mit 16:4 Stimmen, bei drei Enthaltungen. Das sind also 20 Menschen, die für die 12'000 Studierenden entschieden haben, drei konnten sich offenbar nicht dazu durchringen, eine Meinung zu haben.

Der VSS hat derzeit ein wichtiges Geschäft am Laufen, die Stipendieninitiative. Diese eidgenössische Volksinitiative will, dass in der Schweiz mehr Stipendien ausbezahlt werden und es eine nationale Harmonisierung bei diesen Zuschüssen an Studierende gibt. Diese will die Skuba nun noch ein Jahr lang unterstützen. Danach ist man auf der nationalen politischen Studentenbühne abgemeldet.

Gegen diesen Beschluss regt sich nun Widerstand aus dem linken Lager; die Juso und das junge grüne Bündnis haben bereits ein Referendum angekündigt. So könnten dann alle Studierenden über diese Frage abstimmen, nachdem sie letztmals zum Thema «Veganes Essen an der Mensa» an die Urne gebeten wurden. Dort wird sich dann auch zeigen, ob es diesmal gelingt, mehr als nur die einstellige Prozentzahl der Studierenden zu motivieren, ihre Meinung zu äussern, die üblicherweise an den Personenwahlen der Studentenvertretung teilnehmen. Das Problem der Skuba ist nämlich genau dieses: Die Studenten zeigen nur sehr wenig Interesse an ihr. Bloss wenige gehen wählen, und noch viel weniger wollen in den studentischen Mitwirkungsgremien Einsitz nehmen, die laut der politischen Linken so wichtig seien.

Das alles wäre irgendwie süss, wäre da nicht die Sache mit dem Geld. Die Skuba, dieser Spielplatz für Ideologen aller Art, für Weltverbesserer, Hobbypolitiker und junge Menschen mit Visionen und Illusionen, wird von den Studierenden der Uni Basel finanziert: mit einer Zwangsabgabe von zehn Franken pro Semester. Angesichts einer Studierendenzahl von über 12'000 kommt da auch ein Phil Ier rasch zur Erkenntnis: Hier geht es um ein erkleckliches Sümmchen, mit dem munter herumexperimentiert werden darf. Auf dem unipolitischen Parkett ist das auch in Ordnung. Wem es nicht passt, was die Skuba in seinem Namen und mit seinem Geld macht, der soll nicht reklamieren, sondern sich engagieren und versuchen, die Dinge so zu verändern, wie er es gern hätte.

Ausflüge in die Realwirtschaft soll die Skuba aber in Zukunft gefälligst bleiben lassen. Sie sind nicht ihre Aufgabe, und wie sie bewiesen hat: Sie kann es einfach nicht.