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Auch Frau Lüscher will kandidieren

Jörg Meier erhält ein Anruf von einer alten Bekannten – und diese hat ein brandaktuelles Anliegen.

Jörg Meier
Jörg Meier
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Schon jetzt steht fest: Die Aargauerinnen und Aargauer werden bei der Regierungsratswahl eine grosse Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten haben. (Symbolbild)

Schon jetzt steht fest: Die Aargauerinnen und Aargauer werden bei der Regierungsratswahl eine grosse Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten haben. (Symbolbild)

Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE

Frau Lüscher hat wieder angerufen. Ob sie mich etwas fragen dürfe? Ich sagte, selbstverständlich dürfe sie das. Es blieb einen Moment lang ruhig. Ich hörte, wie Frau Lüscher
tief Luft holte. Dann sagte sie, sie überlege sich, als Regierungsrätin zu kandidieren. Ob ich das auch eine gute Idee fände und wie ich ihre Chancen einstufe, Nachfolgerin von Frau Hochuli zu werden?

Ich war sprachlos. Frau Lüscher nutzte meine Sprachlosigkeit und redete gleich weiter. Sie wäre selber nie auf die Idee gekommen, erklärte sie, aber sie sei von der Partei ihres Mannes angegangen worden: Sie sei die perfekte Kandidatin für den Regierungsrat: politisch ein unbeschriebenes Blatt, zudem eine Frau und erst noch völlig überraschend aus dem Hut gezaubert. Und ihr grösstes Plus: Durch ihre zahlreichen in der AZ abgedruckten Telefonate mit dem Redaktor sei sie im Aargau mit Garantie viel bekannter als andere Kandidierende.

Im Volk werde sie überaus geschätzt, weil sie so rede wie die Leute denken. Diesen Vorteil müsse man nützen, berichtete Frau Lüscher. Die Parteifreunde ihres Mannes hätten auch ihren klaren Verstand und ihre gesunden Ansichten gerühmt. Eben, und jetzt habe sie das ganze Wochenende lang nachgedacht, habe verglichen und sei zum Schluss gekommen: Ja, vielleicht sollte sie doch tatsächlich kandidieren. Und ob ich in ihrem Unterstützungskomitee mitwirken möchte? Und was ich von ihrem Slogan halte – es sei aber wirklich erst ein Arbeitstitel: «Frau Lüscher ist früscher»?

Ich wusste noch immer nicht, was ich ihr alles antworten sollte; endlich kam die rettende Idee: Wenn schon kandidieren, dann aber gleich richtig, sagte ich ihr und empfahl als Wahlkampfleiter den einzigen, der dafür infrage kommen kann: Polderhorn.

Franziska Roth (SVP)
22 Bilder
Regierungsratskandidatin Franziska Roth im Fokus Was bedeutet die Nomination der Brugger Bezirksgerichtspräsidentin und wie wird sie versuchen, ihren Bekanntheitsgrad zu verbessern? (April 2016)
Yvonne Feri (SP)
Die 50-jährige Nationalrätin kämpft um einen zweiten SP-Sitz in der Aargauer Regierung. Feri ist noch bis Ende Jahr Gemeinderätin von Wettingen und unter anderem Präsidentin von "Kinderschutz Schweiz" sowie des "Vereins für Soziale Gerechtigkeit".
Die Aargauer Regierungsratskandidaten 2016 Markus Dieth (CVP)
Der 49-jährige Wettinger sitzt seit 2009 im Grossrat und präsidierte diesen im Jahr 2015. 2006 wurde er in den Gemeinderat von Wettingen gewählt, wo er seit 2008 das Amt des Gemeindeammanns ausübt.
Alex Hürzeler (SVP)
Der 51-Jährige sitzt seit 2009 im Aargauer Regierungsrat und hat dort das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) inne. Der Fricktaler stellt sich diesen Oktober für eine weitere Amtsperiode zur Wahl.
Maya Bally: «Die Chancen stehen gut für eine Frauenkandidatur aus der Mitte» (8.8.2016)
Die 55-jährige Hendschikerin ist seit 2012 Mitglied der kantonalen Parteileitung und Präsidentin der Bezirkspartei Lenzburg. Im Oktober 2012 wurde sie in den Grossen Rat gewählt, seit 2013 ist sie Präsidentin der Fraktion. Als Schulpflegepräsidentin liegen ihre politischen Schwerpunkte in der Bildung aber auch bei Wirtschaft und Finanzen.
Stephan Attiger (FDP)
Der 49-Jährige steht im Regierungsrat seit 2013 dem Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) vor. Am 23. Oktober kandidiert er für seine Wiederwahl.
Urs Hofmann (SP)
Der 59-jährige Aarauer leitet im Regierungsrat seit 2009 das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI). Im Oktober will er den SP-Sitz in der Aargauer Regierung verteidigen.
Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf. Mia Jenni (21) ist Vorstandsmitglied der Juso Aargau und studiert Germanistik und Kunstgeschichte. Ariane Müller (23) studiert zurzeit Geschichte und Geologie und ist Präsidentin der Juso Freiamt. Mia Gujer (22) ist Präsidentin der JUSO Aargau und arbeitet als Kampagnen-Mitarbeiterin.
Robert Obrist (Grüne)
Der 58-jährige Schinznacher sitzt seit Januar 2014 im Grossen Rat. Als Agronom und Departementsleiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick (FiBL) sind Umwelt und Bildung die Themen, die Obrist am meisten umtreiben.
Ruth Jo. Scheier (GLP)
Die 40-Jährige wohnt seit 2005 in Wettingen. Sie ist alleinerziehende Mutter einer 17-jährigen Tochter. Sie arbeitet als kaufmännische Angestellte in einer Schmuck-Grosshandelsfirma. Die Grossrätin ist auch Vize-Präsidentin der GLP Aargau.
Die transsexuelle Jil Lüscher kandidiert als Parteilose.
Pius Lischer (IG-Grundeinkommen)
Der 53-jährige Pius Lischer wohnt in Oberrüti und ist schon bei mehreren Wahlen angetreten – jeweils ohne Erfolg.

Franziska Roth (SVP)

Alex Spichale

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