Stadtpräsidium Schlieren

Zweiter Wahlgang: Markus Bärtschiger steigt erneut in den Ring

Schlierens neuer Stadtpräsident? Markus Bärtschiger im Stadthaus.

Schlierens neuer Stadtpräsident? Markus Bärtschiger im Stadthaus.

Der Schlieremer Bauvorstand möchte am 10. Juni zum neuen Stadtpräsidenten gewählt werden. Die Chancen, dass er der einzige Kandidat bleibt, sind gross.

Das Stadtpräsidium in Schlieren soll bei der SP bleiben. So lautet die Überschrift der Medienmitteilung der Sozialdemokraten von gestern. Darin wird bekannt gegeben, dass Markus Bärtschiger zum zweiten Wahlgang vom 10. Juni antritt. Dies wurde an der Sektionsversammlung von Dienstag so bestimmt, heisst es. «Sein langjähriges Engagement in diversen Gremien in Stadt und Bezirk ermöglicht es ihm, sich breit und prominent zu vernetzten. Ideale Voraussetzungen für einen künftigen Stadtpräsidenten.»

Um 160 Stimmen überflügelt wurde Bärtschiger im ersten Wahlgang vom 4. März noch von der Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP). Sie erreichte 977 Stimmen, er 817 – beide verpassten jedoch das Absolute Mehr. Vergangene Woche dann nahm sich Stiefel überraschend aus dem Rennen. Neben einer ihrer Ansicht nach zu geringen Unterstützung aus der Wirtschaft sei unter anderem auch die Spaltung der Bürgerlichen in Schlieren ein Grund für ihren Entscheid gewesen.

«Dieser Schritt hat mich sehr überrascht», sagt Bärtschiger auf Anfrage. Dass Stiefel ihn in einem Interview von dieser Woche bereits den nächsten Stadtpräsidenten nannte, freue ihn natürlich. «Doch weiss man erst am Wahltag um etwa 15 Uhr, wer der Nachfolger von Toni Brühlmann-Jecklin sein wird. Bis dahin kann noch vieles passieren», so Bärtschiger. Er stehe jedoch bereit, Verantwortung zu übernehmen. «Ich trete mit Überzeugung an, Schlieren ein modernes, offenes und urbanes Gesicht zu geben», sagt er.

Nur zwei kommen infrage

Ob sich ihm ein Gegenkandidat in den Weg stellen wird, bleibt weiterhin offen. Gewählt werden können nur noch Personen, die im Stadtrat einsitzen. Neben Manuela Stiefel (FDP) hat auch der frisch gewählte Andreas Kriesi (GLP) seinen Verzicht erklärt. In einer Rede vor dem Parlament von vergangenem Montag sagte er, dass er sich erst in die Arbeit als Stadtrat einarbeiten wolle. Auch Christian Meier (SVP) der bereits in der Vergangenheit für das Präsidium kandidierte, winkt auf Anfrage der Limmattaler Zeitung ab.

Der frisch gewählte Pascal Leuchtmann (SP) konkurrenziert seinen Parteikollegen nicht, was nur noch zwei mögliche Gegenkandidaten übrig lässt: Schulpräsidentin Beatrice Krebs (FDP) und Werkvorstand Stefano Kunz (CVP). Während erstere gestern nicht zu erreichen war, verwies letzterer auf eine kommende Woche stattfindende Sitzung des Parteibündnisses Bürgerliche Parteien Schlieren (BPS), in der das weitere Vorgehen besprochen werde. «Im Verlauf der kommenden Wochen werden wir dann an die Öffentlichkeit gehen», so Kunz.

Im Gespräch mit verschiedenen Exponenten aus bürgerlichen Parteien zeichnet sich jedoch ab, dass es schwierig werden könnte, Krebs und Kunz für eine Kandidatur zu motivieren. So hatte Krebs in der Vergangenheit bereits die Gelegenheit als Präsidiumskandidatin aufgestellt zu werden, schlug sie jedoch aus. Zudem fühlt sie sich in der Schulabteilung wohl. Und ob sich Kunz für einen zweiten Wahlgang hergibt, stellen viele infrage. Bereits vor acht Jahren, als der damalige SVP-Stadtrat Jean-Claude Perrin seinen Parteikollegen Christian Meier im zweiten Wahlgang gegen Brühlmann-Jecklin ersetzte, führte diese Strategie nicht zum Erfolg.

Kunz werden hinter vorgehaltener Hand eher Ambitionen auf Bärtschigers Bau- und Planungsressort nachgesagt – neben den Finanzen ein Schlüsselressort. Bei einer Wahl Bärtschigers ins Präsidium würde dieses frei und nach Anciennität wäre Kunz noch vor den Neuen Leuchtmann und Kriesi dran, sich das Ressort auszuwählen.

Kein Selbstläufer

Dass bei einer allfälligen Wahl ins Präsidium die beiden Schlüsselressorts in bürgerliche Hand geraten könnten, verursacht bei Bärtschiger kein Kopfzerbrechen. «Nebst dem, dass der Stadtrat ein Siebnergremium ist und gemeinsam entscheidet, kommt die politische Gesinnung eines einzelnen in seinem Ressort nicht übermässig zu tragen. Man muss sich stets dem Druck des Faktischen beugen», sagt er.

Bärtschiger wie auch sein Ortspartei-Präsident Walter Jucker betonen jedoch, dass es keineswegs ein Selbstläufer werden wird. «Egal, ob sich noch ein weiterer Stadtrat ins Präsidium wählen lassen will oder nicht, geschenkt wird einem nichts», so Jucker.

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