Das Stadtparlament hat am Mittwochabend ein entsprechendes Postulat mit 79 Ja-Stimmen überwiesen. Eingereicht hatten es im vergangenen November SP, Grüne, AL und CVP. Die CVP ist mittlerweile nicht mehr im Parlament. Ihre Nachfolgerin, die EVP, sprach sich dagegen aus, ebenso die SVP. Die FDP enthielt sich in der Schlussabstimmung.

"Trans" meint die Tatsache, dass bei einer Person die Geschlechtsidentität nicht oder nicht ausschliesslich mit dem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht übereinstimmt.

Aufgrund des starren gesellschaftlichen und rechtlichen Zweigeschlechtersystems (Frau/Mann) erleben Trans-Menschen in vielen alltäglichen Bereichen Nachteile: von falscher Anrede über unpassende Toiletten bis zu ungewollten Outings.

Viele besonders lebensnahe Verwaltungsbereiche, die auch mit Trans-Menschen in Kontakt kommen, sind auf kommunaler Ebene angesiedelt. Daher hält es die Mehrheit des 125-köpfigen Stadtzürcher Parlaments für angebracht, dass sich die Stadt Zürich, in der hundert bis mehrere Tausend Trans-Personen wohnen dürften, sich auf diesem Feld engagiert.

Hilfe von oben nötig

Die Lebensqualität dieser Menschen müsse anerkannt werden, hiess es im Rat. Noch viel zu oft seien sie Mobbing, Angriffen und Ausgrenzungen ausgesetzt. Letztlich gehe es um ein respektvolles Miteinander. Um dies zu erreichen, brauche es "Hilfe von oben, von der Stadtregierung", sagte ein Postulant.

Gerade dies bezweifelte jedoch die SVP. Es brauche keinen staatlichen Eingriff, sondern jeweils konkrete Lösungen vor Ort. Die FDP wollte die Probleme dieser Personen "nicht verniedlichen", wehrte sich jedoch gegen einen "umfassenden Aktionsplan". Dieser werde nur teuer. Zudem gebe es für Probleme schon die Ombudsfrau sowie die Fachstelle für Gleichstellung.

Die städtische Fachstelle für Gleichstellung macht seit rund fünf Jahren schon einiges im Trans-Bereich, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) sagte. Nun übernimmt die Fachstelle aber noch die Moderatorinnenrolle bei den Gesprächen mit den Trans-Organisationen im Rahmen des Aktionsplans.