Das Zürcher Stimmvolk soll über jenes Fussballstadion-Projekt auf dem Hardturm-Areal abstimmen, das der Stadtrat im vergangenen Jahr vorgestellt hat. Ein Verzicht auf die beiden Türme, so wie es die SP der Stadt Zürich verlangt, sei gar nicht zulässig, betonten die beiden zuständigen Stadträte am Freitag vor den Medien.

Das Streichen der Türme sei eine wesentliche, nachträgliche Änderung des Projekts und somit submissionsrechtlich gar nicht zulässig, betonten Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) und der Vorsteher des Hochbaudepartements André Odermatt vor den Medien. Zudem stünden die Hochhäuser am richtigen Ort und in der richtigen Höhe.

Die SP der Stadt Zürich hatte diese Woche angekündigt, das wichtige Geschäft im Gemeinderat zurückzuweisen. Die Partei fordert, dass beim Stadionprojekt auf dem Hardturm-Areal auf die beiden 137 Meter hohen Hochhäuser verzichtet wird und stattdessen eine von einer Genossenschaft erstellte Blockrandbebauung realisiert wird.

Aus lärmtechnischen Gründen wäre eine solche an diesem Standort sehr problematisch, hielten die beiden Stadträte am Freitag jedoch zu dieser Forderungen fest. Ausserdem verkenne die SP damit die Tatsache, dass das Stimmvolk 2003 zu einem städtisch finanzierten Stadion Nein gesagt hätte.

Türme finanzieren Stadion

Im Vergleich zum Vorschlag der SP hätten die Bürgerinnen und Bürger nämlich mit dem geplanten Projekt keine Kosten zu tragen. Nach dem Nein an der Urne habe der Gemeinderat dem Stadtrat den Auftrag erteilt, ein Investorenprojekt für ein privat finanziertes Stadion für 18'000 Zuschauer sowie 150 gemeinnützige Wohnungen zu suchen.

Das sind den Sozialdemokraten jedoch zu wenig. Sie stören sich zudem vor allem an den von der Investorin HRS Investment AG geplanten 600 Wohnungen in den beiden Türmen. Auf städtischem Land entstünden so teure Wohnungen, mit denen riesige Renditen erwirtschaftet würden, kritisiert die Partei.

Die beiden Wohn- und Bürotürme sind für das vom Stadtrat im letzten Jahr präsentierte Stadionprojekt auch eine Voraussetzung. Denn der Investor will mit den Renditen daraus das Fussballstadion querfinanzieren. Die Stadt muss so beim 570-Millionen-Projekt nichts an den Bau und den Betrieb des Stadions bezahlen.

Mit einem reduzierten Baurechtszins auf den Baufeldern, auf denen die Türme entstehen, unterstützt sie das Projekt aber trotzdem. Vorgesehen sind dabei jährlich 1,2 Millionen Franken. Damit verzichtete die Stadt auf Einnahmen bis zu 1,7 Millionen Franken pro Jahr.