Wohnraum
«Gute Infrastruktur nicht vernichten»: Zürcher Gemeinderat will Triemli-Hochhäuser zwischennutzen

Die Personalhochhäuser auf dem Zürcher Triemli-Areal sollen nicht abgerissen, sondern vorerst als günstiger Wohnraum genutzt werden. Das Stadtparlament hat ein entsprechendes Dringliches Postulat von SP und AL am Mittwochabend mit 98 zu 19 Stimmen überwiesen.

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KEYSTONE / Gaetan Bally

Der Stadtrat plane den Abriss der drei Personalhochhäuser für 2023, doch dürfte auf dem Areal in den nächsten zehn Jahren kaum etwas Neues entstehen, schrieben die Postulanten in ihrem Vorstoss.

Den «Abbruch auf Vorrat» begründe der Stadtrat mit überholten Äusserungen, hiess es im Postulat weiter. Doch sei es fraglich, ob es für den Erhalt der Hochhäuser wirklich eine teure und umfassende Instandsetzung brauche. Es sei noch nicht abgeklärt worden, ob für die Nutzung als vorübergehender Wohnraum eine befristete Betriebsbewilligung erhältlich wäre.

Derzeit werde eines der Personalhochhäuser für Flüchtende aus der Ukraine genutzt. «Der Zustand ist gut, und gute Infrastruktur soll nicht vernichtet werden.»

Klare Mehrheit für Erhalt der Hochhäuser

Die Betriebsbewilligung sei von der Gebäudeversicherung bis Ende 2022 verlängert worden, hielt Stadtrat Andreas Hauri (GLP) vor dem Gemeinderat fest. «Es ist klar, dass wir die Häuser so lange erhalten wollen, wie wir sie für die Geflüchteten benötigen.»

Ob der Zustand der Gebäude aber als gut bezeichnet werden könnte, stellte Hauri in Frage. Die meisten Zimmer würden nicht über Küchen und Nasszellen verfügen. Und energetisch entsprächen die Hochhäuser alles andere als den Normen und den Zielen der Stadt. Je nachdem bräuchte es grössere Sanierungsmassnahmen.

Die klare Mehrheit des Gemeinderats will aber, dass die Hochhäuser länger stehen bleiben.

«Angesichts der Wohnsituation in der Stadt Zürich macht ein vorzeitiger Abriss keinen Sinn»,

sagte Walter Anken (SVP). Die Gebäude seien 1970 erstellt worden, da müsste ein Erhalt doch möglich sein.

Gemäss Postulat soll der Stadtrat nun prüfen, wie die Gebäude «mit einer geringen Intervention einer Zwischennutzung» - etwa günstiger Wohnraum für Geflüchtete, Studierende, Senioren oder andere Gruppen - zugeführt werden könnten. (sda)

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