Bahnhof Stadelhofen Zürich

Star-Architekt Calatrava darf seinen Kultbau nicht erweitern – so sieht der neue Bahnhof «Stadelhofen» aus

Die Entscheidung ist gefallen: Am Dienstag hat die SBB das Siegerprojekt für die Erweiterung des Bahnhofs Zürich Stadelhofen vorgestellt. Die Wahl der Jury fiel nicht auf Stararchitekt Calatrava, der dem Bahnhof Stadelhofen seine charakteristische Gestalt gab.

Um die aus architektonischer, baulicher und wirtschaftlicher Sicht beste Lösung zu finden wurde ein öffentlicher Wettbewerb durchgeführt, bei dem acht anonym eingereichte Projekte bewertet wurden. Der Entscheid für «Elysion» sei einstimmig gefallen, teilte die SBB mit.

Das Projekt überzeuge durch seine stimmige Verbindung der Bahnhofserweiterung mit den bestehenden Strukturen. Vorgesehen ist, dass nicht nur das vierte Gleis und dessen Zugänge in bergmännischer Bauweise erstellt werden, sondern auch alle weiteren unterirdischen Räume.

So können laut SBB die Eingriffe an der Oberfläche und in die charakteristische Struktur des Bestandes minimiert werden. Es braucht dann auch keine grosse Baugrube im Bereich der Hohen Promenade. Das Bahnhofsgebäude wird durch Aufbauten auf den Seitenflügeln erweitert und der Eingang im Mittelteil wird wieder zum Haupteingang.

Die Personenströme werden von den oberirdischen Eingängen logisch und übersichtlich in die bestehende Ladenpassage im Untergeschoss und zum vierten Gleis geleitet. Damit werde die Erschliessung des Bahnhofs für Reisende und Kunden deutlich verbessert, heisst es in der Mitteilung.

Calatrava kommt nicht zum Zug

Nicht zum Zuge gekommen ist das Büro von Stararchitekt Santiago Calatrava, das den bestehenden Bahnhof entworfen hat. Es hatte 2016 im Auftrag der SBB bereits eine Studie für die potenzielle Erweiterung des Bahnhofs erstellt. Anfang diesen Jahres hatten Calatrava und sein Büro vor dem Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des Projektwettbewerbs verlangt, die Beschwerde jedoch wieder zurückgezogen.

Der Bahnhof Stadelhofen ist mit rund 80'000 Reisenden und 770 Zügen pro Tag der drittgrösste Bahnhof im Kanton Zürich. Nun soll das bestehende Nadelöhr im Netz der Zürcher S-Bahn beseitigt werden. Für den Ausbauschritt 2035 hat der Bund die SBB mit der Planung eines zusätzlichen, vierten Gleises beauftragt.

Die Arbeiten für die Erweiterung umfassen auch noch die Anschlüsse an die bestehenden Tunnel Richtung HB und Stettbach sowie einen zweiten eingleisigen Tunnel bis Zürich Tiefenbrunnen. Bis zum Herbst 2021 wird dazu ein Vorprojekt erarbeitet. Mit dem Baustart rechnet die SBB frühestens ab 2026 - falls es keine aufschiebenden Einsprachen gibt.

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