Der Zürcher Stadtrat muss prüfen, ob und wo dem Projekt Dosendealer vom Verein Farben für Zürich eine passende Ersatzliegenschaft bereitgestellt werden kann. Denn Ende diesen Jahres muss die einzige überdachte Graffiti-Halle der Schweiz das Feld auf dem Stierli-Areal in Zürich Seebach räumen.

Über den dringlichen Vorstoss von Elena Marti (Grüne) und Anjushka Früh (SP) herrschte am Mittwochabend im Gemeinderat auch mehrheitlicher Konsens. Mit 80 zu 36 Stimmen haben die Zürcher Gemeinderäte die Aufgabe an den Stadtrat überwiesen.

Dringlich ist das Begehren deshalb, weil die ehemaligen Produktionshallen die zwischen dem SBB-Gleisdreieck liegen, zu Beginn des nächsten Jahres dem Erdboden gleich gemacht werden sollen. 

Es sind nur noch wenige Wochen, in denen auf dem ehemaligen Areal der Eisenhandelsfirma Stierli, das 12'000 Quadratmeter umfasst, Ateliers, Schreinerwerkstätten, Grafikstudios sowie Bootseinstellplätze ein Zuhause haben. Zudem werden dann auch die Laien und Künstler, welche in der 800 Quadratmeter grossen Halle von Dosendealer auf der schweizweit bislang grössten "Wall of Fame" - sie misst 250 Quadratmeter - Graffitikunst haben entstehen lassen, ihr Dach über dem Kopf.

Dass die Mieter das Stierli-Areal nach mehreren Jahrzehnten der Zwischennutzung verlassen müssen, liegt an den Bauplänen der Eigentümerin Stierli Real Estate AG. Die Ausschreibung des Bauvorhabens erfolgte im Sommer 2017 im «Tagblatt der Stadt Zürich». Geplant ist an der Schaffhauserstrasse 468 das «Art Center Art 468», das Galerie-, Event-, Ausstellungs- sowie Kunstlagerräume, Werkstätten, Ateliers, Bar und Restaurantbetrieb mit Aussenbereich sowie Gewerbeflächen umfassen soll. Insgesamt sind 92 Autoabstellplätze auf dem Areal in Seebach eingeplant.