Zürich
Stadtparlament will Autos nicht erlauben, bei Rot rechts abzubiegen

Velos dürfen in der ganzen Schweiz ab Januar 2021 bei Rot rechts abbiegen. Den Autolenkern wird dies nicht erlaubt, in der Stadt Zürich nicht einmal testweise. Der Gemeinderat hat es am Mittwoch abgelehnt, einen entsprechenden Pilotversuch durchzuführen.

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Rechtsabbiegen bei Rot ist den Velofahrenden in der ganzen Schweiz ab Januar erlaubt. Für Autofahrer bleibt das verboten. Der Zürcher Gemeinderat will das auch nicht in einem Pilotversuch ausprobieren. (Symbolbild)

Rechtsabbiegen bei Rot ist den Velofahrenden in der ganzen Schweiz ab Januar erlaubt. Für Autofahrer bleibt das verboten. Der Zürcher Gemeinderat will das auch nicht in einem Pilotversuch ausprobieren. (Symbolbild)

Keystona/Gaetan Bally

Das Stadtparlament lehnte das SVP-Postulat mit 90 zu 20 Stimmen ab. Der Vorstoss forderte, dass sich die Stadt Zürich beim Bund um einen Pilotversuch bewirbt, bei dem Autos bei Rot rechts abbiegen dürfen. Die SVP begründete ihren Vorstoss damit, dass eine solche Regel den Verkehrsfluss in der Stadt Zürich deutlich verbessern würde, auch wenn sich nicht jede Kreuzung dafür eignen würde. Die anderen Fraktionen hielten dies jedoch für eine schlechte Idee.

Während die Grünen grundsätzlich Verständnis für den Vorstoss hatten – weshalb solle man an der Ampel stoppen, wenn weit und breit nichts komme–, sei ein Auto immer noch etwas anderes als ein Velo und berge eine grössere Unfallgefahr. Auch die FDP war skeptisch. In den USA funktioniere diese Regel zwar gut. Doch dort gebe es vorwiegend rechtwinklige Kreuzungen, viel mehr Platz, kaum öffentlichen Verkehr und vor allem kaum Fussgänger.

Auch der Stadtrat wollte von der Idee nichts wissen. Mit den Autos sei das Rechtsabbiegen bei Rot gefährlicher als mit den Velos, sagte Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne). Zudem bräuchte ein solcher Versuch eine Bewilligung des Bundes. «Nachdem wir schon den Zuschlag zum Velo-Pilotprojekt nicht erhielten, bin ich aber nicht zuversichtlich», sagte Rykart weiter. Auf Bundesebene habe es ausserdem schon drei Mal ähnliche Vorstösse gegeben. Der Bundesrat habe alle abgelehnt.