Die Anzahl erfasster Straftaten hat in allen Bezirken prozentual abgenommen, ausser in Zürich, Winterthur, Meilen und Dietikon. Im letzteren verzeichnet die Polizei gar eine Zunahme von 554 erfassten Straftaten – oder umgerechnet 11.7 Prozent mehr. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Einbruchsstatistik: Insgesamt verzeichnete die Polizei 2017 weniger Fälle von Einbruch- oder Einschleichdiebstählen im Kanton Zürich. Einzige Aussreisser sind die Bezirke Dietikon und Zürich: Im Bezirk Dietikon waren es 6.1 Prozent mehr als im Vorjahr, in der Limmatstadt 8.1 Prozent. 

Insgesamt hat die Kriminalität im Kanton Zürich im Vergleich zum Vorjahr mit 88'861 Delikten nach Strafgesetzbuch um 1.3 Prozent minimal zugenommen. Aber: Der Kanton erreicht damit immer noch die zweittiefste Kriminalität seit der Einführung der Statistik im Jahr 1980. Nur im Jahr 2016 wurden noch weniger Delikte registriert.

Man dürfe dabei nicht vergessen, dass die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen sei, sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) am Montag vor den Medien. Obwohl mittlerweile 1,5 Millionen Menschen im Kanton Zürich lebten, habe die Zahl der Delikte nicht entsprechend zugenommen.

Fehr: «Zürich ist sicher»

"Zürich ist sicher", sagte Fehr deshalb. Die Polizei arbeite sowohl repressiv als auch präventiv ausgesprochen erfolgreich. Dies gilt etwa für die Einbruchdiebstähle: Diese konnten im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent auf rund 5850 Fälle gesenkt werden. Dies ist die tiefste Einbruchzahl seit Einführung der Statistik.

Diese Senkung wurde gemäss Angaben der Polizei vor allem durch vermehrte Präsenz erreicht. Aber auch Kampagnen wie "Verdacht - ruf an" zeigen Wirkung. Das Risiko für einen Einbrecher, bei seiner Arbeit verhaftet zu werden, ist deutlich gestiegen.

Sieben Menschen getötet

Viel Arbeit für die Polizei gab es im vergangenen Jahr bei den Gewaltdelikten, die um 5,4 Prozent auf rund 5600 Fälle stiegen. Häufiger angezeigt wurden Tätlichkeiten und einfache Körperverletzung. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass Opfer von häuslicher Gewalt häufiger Anzeige erstatten als früher.

Aber auch Streit unter Nachbarn und Gewalt im Ausgang tragen zu diesem Plus bei. Vor allem Jugendliche wurden im Jahr 2017 wieder etwas mehr wegen Delikten gegen Leib und Leben angezeigt. Dies nachdem die Jugendkriminalität während Jahren nach unten zeigte.

Gesunken ist hingegen die Zahl der getöteten Menschen. Im vergangenen Jahr waren es 7, im Vorjahr noch 10.

Päckli-Betrüger und Geld-Maulesel

Der Hauptgrund, weshalb im vergangenen Jahr unter dem Strich mehr Delikte begangen wurden, ist aber die Gier nach Geld. Die Zahl der Vermögensdelikte stieg von rund 60'000 auf 61'000. Für dieses Plus verantwortlich ist vor allem die Internetkriminalität, die allein im vergangenen Jahr um 25,9 Prozent zulegte.

Weil dies offensichtlich kein Randphänomen mehr ist, wird die Polizei diese Fallzahlen in künftigen Statistiken separat ausweisen. Sie unterscheidet dabei zwischen zwei Formen der Kriminalität: zum einen die Cyberkriminalität, zu der etwa Hacking und Phishing gehören, also etwa das Erschleichen von persönlichen Daten.

Erneut weniger Straftaten in der Schweiz erfasst

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Im Jahr 2017 wurden insgesamt 439'001 Straftaten gegen das Strafgesetzbuch erfasst. Das ist ein Rückgang von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Gesamtzahl um mehr als 170'000 reduziert.

Die zweite Form ist die digitalisierte Kriminalität. Darunter versteht die Polizei klassische Delikte, die mit neuen Technologien begangen werden. Ein Beispiel dafür sind Bestell-Betrügereien, bei denen mit gestohlenen Log-in-Daten Päckli geordert werden. Vor allem teure Elektronikartikel sind bei diesen Betrügern beliebt.

Ein relativ neues Phänomen sind auch "Money Mules" (Geld-Maulesel). Dabei betätigen sich so genannte "Finanzagenten" der Geldwäscherei per Internet. Im Jahr 2016 registrierte die Polizei rund 50 solcher illegaler "Finanzagenten".

Um die Internetkriminalität bekämpfen zu können, gründete die Polizei bereits eine eigene Abteilung "Cybercrime". Zudem wurden schon rund 1000 Mitarbeitende in Informatikthemen geschult - nur schon damit sie die Anzeige zu einem Cyberdelikt aufnehmen können. (sda/sam)