Die Stadt Zürich lockert die Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen für Geschäfte, die sich an sogenannten Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs befinden. Die Ladenbetreiber benötigen dafür keine Bewilligung. Dies betrifft gemäss neuen Vorgaben des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco), Geschäfte an Orten, die als "Terminals des öffentlichen Verkehrs" gelten. Darunter fallen grosse Anfangs- und Endstationen wie auch Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs von Tram und Bus mit starkem Fahrgastaufkommen - die Stadt Zürich legt diesen Wert bei 15'000 Passagieren fest. Dies macht die Zürcher Verlag "Lokalinfo" am Mittwoch publik. 

Bislang durften lediglich Geschäfte am Sonntag ihre Türen öffnen, die an einen SBB-Bahnhof oder eine Tankstelle angebunden waren. Aber auch die neuen Regeln bezüglich des Sonntagverkaufs sind an Bedingungen geknüpft. So zum Beispiel gibt die Stadt Zürich vor, dass lediglich Läden mit einer maximalen Fläche von 200 Quadratmeter die gelockerten Ladenöffnungszeiten nutzen dürfen. Und weiter: "Damit der Betrieb als 'Betrieb für Reisende' qualifiziert werden kann, muss er sich unmittelbar an einer ZVV-Haltestelle befinden", sagt Peter Maier, Leiter Arbeitsinspektorats der Stadt Zürich, gegenüber "Lokalinfo". Einer der ersten Läden, der die Gunst der Stunde nutzte, ist der Avec-Laden beim Zürcher Hardplatz, bei der Haltestelle der Tramlinie 8. Dieser hat fortan an Sonn- wie auch Feiertagen von 6 bis 23 Uhr geöffnet.

Nicole Barandun, Präsidentin des Stadtzürcher Gewerbeverbands, zeigt sich ob der Neuerung überrascht und rechnet damit, dass künftig wohl fast jeder Detailhändler in Zürich, der sein Geschäft in der Nähe der Tramhaltestelle habe, geöffnet haben möchte. Bei der Unia Zürich-Schaffhausen sorgen die gelockerten Öffnungszeiten für Kritik: "Die Stadt interpretiert das Gesetz auf dem Buckel der Angestellten", sagt Lorenz Keller,  Co-Leiter der Unia Zürich-Schaffhausen. Damit nehme der Verteilkampf unter den Detaillisten noch mehr zu.

Der Blick in die Fahrgastfrequenz-Statistik der VBZ verleiht einen Eindruck,  an welchen Orten in Zürich künftig weitere Läden sonntags geöffnet haben könnten. Darunter fallen das Bellevue mit über 60'000 Fahrgästen oder der Paradeplatz wie auch die Bahnhofstrasse und der Bahnhofplatz mit über 50'000 Fahrgästen täglich. Zudem weisen folgende Haltestellen in Zürich mehr als 15'000 Fahrgäste pro Tag auf:

  • Stauffacher
  • Bahnhofquai
  • Central
  • Limmatplatz
  • Stadelhofen
  • Bucheggplatz
  • Sternen Oerlikon
  • Klusplatz
  • Albisriederplatz
  • Rennweg
  • Bahnhof Altstetten
  • Sihlquai
  • Bahnhof Oerlikon
  • ETH/Universitätsspital
  • Escher-Wyss-Platz
  • Schwamendingerplatz
  • Schaffhauserplatz
  • Schmiede Wiedikon
  • Opernhaus
  • die Kalkbreite beim Bahnhof Wiedikon.

(GIU)