Urteil

Polizist wegen Mitarbeit an Splatter-Film entlassen – Bundesgericht hält dies für unzulässig

Die Kantonspolizei Zürich hat einen Mitarbeiter zu Unrecht entlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei Zürich hat einen Mitarbeiter zu Unrecht entlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. (Symbolbild)

Ein Polizist arbeitete als Co-Drehbuchautor an einem Splatterfilm und wurde deswegen im Jahr 2019 fristlos entlassen. Das Bundesgericht hält dies für eine Grundrechtswidrigkeit.

Das oberste Gericht bestätigte mit seinem am Donnerstag publizierten Entscheid das Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts in der Sache.

«Mad Heidi» heisst der Film, der dem Kaderangestellten der Kantonspolizei den Job kostete. Er wirkte als Co-Drehbuchautor an dem Film mit. Bereits im Trailer zu dem Film fliesst reichlich Blut, einem Darsteller wird das Gesicht weggeschossen, ein anderer wird der Waterboarding-Folter mit Fondue unterzogen.

Gemäss den Machern des Films handelt es sich um Satire, die Figuren seien absichtlich überzogen dargestellt, die Nazi-Optik vieler Szenen sei eine Parodie.

Fristlose Entlassung nach 13 Jahren

Die Mitarbeit an einem solchen Film sei mit einer Kaderposition bei der Polizei nicht kompatibel, entschieden die Verantwortlichen bei der Kantonspolizei und entliessen den Mann nach 13-jähriger Tätigkeit fristlos.

Das Verwaltungsgericht hielt in seinem Entscheid fest, dass ein Verbot, in der Freizeit an einem solchen Projekt mitzuwirken, krass grundrechtswidrig sei. Dazu meint das Bundesgericht, dass die fristlose Kündigung entgegen dem Entscheid der Vorinstanz nicht nichtig gewesen sei. Es wies die Sache an die Vorinstanz zurück, damit diese über Entschädigung und Abfindung wegen ungerechtfertigter Kündigung neu entscheiden kann. 

Das Verwaltungsgericht muss nun die Höhe von Entschädigung und Abfindung wegen ungerechtfertigter Kündigung festlegen, die der Entlassene erhalten soll.

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