Ausstellung

Mit der ETH auf Entdeckungs-Tour durchs All

Der Lander der Insight-Mars-Mission soll in etwas mehr als einem Monat die Reise zum Roten Planeten antreten. Im ETH-Museum Focus Terra ist ein Modell davon ausgestellt.

Der Lander der Insight-Mars-Mission soll in etwas mehr als einem Monat die Reise zum Roten Planeten antreten. Im ETH-Museum Focus Terra ist ein Modell davon ausgestellt.

Die neue Sonderausstellung des erdwissenschaftlichen ETH-Museums Focus Terra nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Entdeckungstour durch den Weltraum.

Voraussichtlich am 5. Mai dieses Jahres wird die Mars-Mission Insight der Nasa starten. Mit einem sogenannten Lander, einer Raumsonde, die auf dem Roten Planeten landen wird, soll dessen frühgeologische Entwicklung erforscht werden.

Die Forscher erhoffen sich davon ein besseres Verständnis der Entstehung der erdähnlichen Planeten im Sonnensystem. So weiss man beispielsweise noch relativ wenig über den inneren Aufbau des Mars, etwa ob er einen vollständig flüssigen Kern hat oder nicht.

Zum Insight-Lander, der Ende November auf dem Mars ankommen soll, gehört auch ein Seismometer, der die Erschütterungen von Meteoriteneinschlägen und Marsbeben registrieren kann. Die Seis-E-Box, sozusagen die Steuerungseinheit des Seismometers, wurde an der ETH Zürich entwickelt.

Ein Modell des Insight-Landers kann seit vergangenem Donnerstag an der neuen Sonderausstellung von Focus Terra, dem erdwissenschaftlichen Forschungs- und Informationszentrum der ETH Zürich, betrachtet werden.

In der neuen Sonderausstellung gibt es Experimente wie das Gravitationstrampolin zu sehen.

In der neuen Sonderausstellung gibt es Experimente wie das Gravitationstrampolin zu sehen.

Forscher als Comic-Helden

Die Sonderausstellung «Expedition Sonnensystem» besteht neben Ausstellungsstücken wie dem Lander und einigen Experimenten vor allem aus Comics. «Die Comics erlauben es uns, spannende Geschichten mit kraftvollen Bildern zu verbinden», sagt Ulrike Kastrup, Leiterin von Focus Terra.

Es sei eine geeignete Form, um die oft abstrakte Grundlagenforschung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. «Wer sind die Forscher, was erforschen sie und wie gehen sie dabei vor? Mit unserer neuen Sonderausstellung wollen wir die Vielfalt der Forschung bei uns aufzeigen», sagt Kastrup.

In der Ausstellung gibt es auch Comics zu lesen.

In der Ausstellung gibt es auch Comics zu lesen.

Die Helden und Heldinnen der über einem Dutzend von der Illustratorin Astrid Nippoldt gezeichneten Comics forschen an der ETH. Erklärt wird beispielsweise anhand der Arbeit von Maria Schönbächler, Professorin für Geochemie an der ETH, wie das Wasser auf die Erde kam.

Etwas komplizierter wird es beim Thema Gravitation und Gravitationswellen. Dazu gehört auch eines der Experimente, das sogenannte Gravitationstrampolin. Das mit einem elastischen Stoff bespannte runde Gerüst veranschaulicht einige Grundsätze der Gravitation und der Raumzeit. Setzt man beispielsweise eine relativ grosse und schwere Kugel in die Mitte, sinkt der Stoff an dieser Stelle stark ein und bildet eine Delle. Einzelne kleinere Kugeln, die auf Gravitationstrampolin gegeben werden, kreisen dann um die grössere Kugel herum.

Mondbeben statt Erdbeben

Das räumlich grösste Experiment, das im Museum hautnah erlebt werden kann, ist der Besuch des Erdbebensimulators im Untergeschoss des Gebäudes.

Dieser bereits seit einigen Jahren betriebene Simulator ist nicht direkt Bestandteil der aktuellen Sonderausstellung. Normalweise stellt er reale Erdbeben anhand von aufgezeichneten Daten nach. Der einem Wohnzimmer nachempfundene Raum, der Platz für rund ein Dutzend Personen bietet, kann aber mittlerweile auch simulieren, wie sich Beben auf dem Mond oder dem Mars im Unterschied zu Erdbeben anfühlen.

Öffentlich und ohne Anmeldung zugänglich ist der Erdbebensimulator jeweils sonntags im Rahmen der Führungen um 11, 13 und 15 Uhr. An anderen Tagen ist er angemeldeten Gruppen vorbehalten.

Focus Terra, Sonneggstrasse 5, Zürich. Mo.–Fr. 9–17 Uhr, So 10–16 Uhr, Sa geschlossen. Ostern: 1. und 2. April geöffnet. Eintritt frei.

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