Kommentar
Das Zürcher Stimmvolk zeigt sich sparsam in der Krise

Die kantonalen Volksinitiativen für mehr Krankenkassen-Prämienverbilligung und für mehr Kinderzulagen sind gescheitert. Ein Hauptgrund dürfte die Coronakrise sein.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Zwei Volksinitiativen hätten mehr Geld in die Portemonnaies vieler Menschen gebracht. Das Zürcher Stimmvolk war dagegen.

Zwei Volksinitiativen hätten mehr Geld in die Portemonnaies vieler Menschen gebracht. Das Zürcher Stimmvolk war dagegen.

Keystone

Das Resultat überrascht in seiner Deutlichkeit: Mit über 60 Prozent Nein-Stimmen haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich sowohl eine Erhöhung der Kinderzulagen als auch mehr Geld für die Verbilligung der Krankenkassenprämien abgelehnt. Sie schickten damit zwei Volksinitiativen bachab, die vermeintlich populäre Anliegen aufgriffen. Anliegen, die viele im Portemonnaie spüren. Wie kommt das?

Hauptgrund dürfte die Coronakrise sein. In einer Zeit, da der Staat Unsummen zur Krisenbewältigung ausgibt und Unternehmen um den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpfen, zeigte sich das Stimmvolk sparsam: Dem Staat wollte es nicht noch mehr Ausgaben für die Prämienverbilligung aufhalsen, den Unternehmen keine höheren Abgaben für Kinderzulagen. Verständlich. Doch die hohe Prämienlast und die hohen finanziellen Belastungen von Familien bleiben ungelöste Probleme.