Zürich
In einem Hochhaus neben dem Hardturm-Stadion ist eine neue Schule geplant

Stadionprojekt Ensemble der CS: Die Stadt Zürich will mehrere Geschosse mieten.

Heinz Zürcher
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Die geplante Kantine in der neuen Schule beim Stadion.

Die geplante Kantine in der neuen Schule beim Stadion.

MBS Caruso St John Architects

Gemäss Prognosen steigen die Schülerzahlen in Zürich in den nächsten Jahren markant an. Selber besitzt die Stadt kaum noch freie Flächen, um neue Schulhäuser zu bauen. Doch nun zeichnet sich in Zürich-West eine etwas unkonventionelle Lösung ab – direkt neben dem geplanten Fussballstadion.

In einem der beiden angrenzenden Hochhäuser plant die Stadt eine Tagesschule für rund 400 Kinder und Jugendliche. Die sechs Primarschul- und zwölf Sekundarschulklassen sind in den ersten fünf Obergeschossen des 137 Meter hohen Westturms vorgesehen, der Aufenthaltsraum mit Kantine im Erdgeschoss. Laut Mitteilung der Stadt handelt es sich um eine Gesamtschule, die je nach Bedarf mit weniger Sekundar- und mehr Primarklassen belegt werden kann – oder umgekehrt.

Turnen im Stadion, Pause vor Turmeingang

Der Sportunterricht kann in den zwei Sporthallen im Mantel des Fussballstadions durchgeführt werden. Für den Aussenbereich mit Pausenplatz direkt vor dem Turmeingang ist gemäss Urs Spinner vom Hochbaudepartement eine Fläche von 5000 Quadratmetern reserviert. Das entspricht etwa zwei Dritteln eines Fussballfeldes.

«Die Investoren der Credit Suisse Funds AG werden diesen Bereich zusammen mit der Stadt planen und kostenlos zur Verfügung stellen», sagt Spinner. Damit der Platz auch von der Öffentlichkeit genutzt werden kann, soll auf eine Umzäunung verzichtet werden.

In den beiden umstrittenen Hochhäusern, mit deren Mieteinnahmen die CS das Stadionprojekt querfinanzieren will, sind Wohn- und Gewerbeflächen geplant. Mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehr- und Betreuungspersonen könnte das Areal Hardturm weiter belebt werden. Die angrenzende Strasse soll dagegen beruhigt werden.

Weil sich die Fussballfans erst jeweils am Wochenende oder unter der Woche am Abend in der Umgebung versammeln, hat die Stadt Zürich weder Sicherheitsbedenken noch befürchtet sie negative Folgen für den Schulbetrieb.

Es wird eine weitere Volksabstimmung nötig

Die Kosten für den Innenausbau der Klassenräume werden mit 40 Millionen Franken veranschlagt. «Aufwand und Miete werden nicht höher ausfallen, als wenn wir für die 18 Klassen einen Neubau realisieren würden», sagt Spinner. Konkrete Zahlen nennt er nicht, sagt aber: «Die CS hat der Stadt einen fairen Preis gemacht.»

Läuft alles nach Plan und genehmigt die Stimmbevölkerung das Vorhaben an der Urne, kann die Schule Hardturm im Jahr 2025 die Türen öffnen.

Entscheidend wird sein, wie es nun mit den Plänen für das Stadion und die Hochhäuser weitergeht. Im September haben sich 59 Prozent der Stadtzürcher Stimmberechtigten für den Gestaltungsplan ausgesprochen. Dieser muss nun vom Kanton genehmigt werden. Bleiben danach Rekurse innerhalb der vorgegebenen Frist aus, kann die Baubewilligung erteilt werden. Die Ausgestaltung der Schulräume wird in einem Baugesuch ausgeschrieben.