Die Stadtpolizei veröffentlichte nun die erhobenen Zahlen der letzten drei Jahre. Insgesamt gab es im Jahr 2018 84 gewalttätige Vorfälle im Zusammenhang mit Fussball. Im Vorjahr waren's noch 32 und im 2016 insgesamt 51.

69 der Täter, meist junge Männer, konnten im letzten Jahr identifiziert werden. Sie müssen sich für wegen des Abbrennens von Pyros, Körperverletzung oder Gewalt und Drohung gegen Beamte verantworten. Laut NZZ ist eine blutige Fehde zwischen Ultras der städtischen Clubs FCZ und GC im Gang. 

Polizeikommandant Blumer sagte zur NZZ: «Die Gewalt nimmt deutlich zu, die Angriffe sind heftiger geworden.» Der damalige Abstieg habe zu einer deutlichen Beruhigung der Lage geführt. Ausserdem würden die Gewaltakte zunehmend über die ganze Stadt verteilt stattfinden, und nicht mehr nur rund ums Fussballstadion an einem Spieltag.

Ein weiteres Problem stelle die Verschwiegenheit der Opfer für die Ermittlungen der Polizei dar. Das habe nicht nur mit Ehrenkodex unter Ultras zu tun. Sondern: «Die Betroffenen fürchten, noch mehr unter die Räder zu kommen, wenn sie einen Übergriff anzeigen.»

Mehr Erfolg habe man mit Videokameras, sagte Blumer zur NZZ. Die Bewegtbilder überführten so beispielsweise die FCZ-Schläger, die im Oktober in der Langstrasse Leverkusen-Unterstützer angegriffen hatten. (watson/AZ)