Eigentlich hätte die FDP des Kantons Zürich ihren Wahlauftakt am Samstag auf dem Sechseläutenplatz abschliessen wollen. Bloss erteilte die Stadt Zürich die Bewilligung nicht. Eine Steilvorlage für Parteipräsident Hans-Jakob Boesch, der die 300 FDP-Mitglieder und Sympathisanten auf dem Hechtplatz begrüsste und auf den Anlass einstimmte. Im links-grünen Zürich sei zwar die 1.-Mai-Veranstaltung auf dem Sechseläutenplatz willkommen, nicht aber die FDP.

Boesch warf den Linken vor, sie würden Andersdenkende ausgrenzen. «Es ist wichtig, dass am 24. März die FDP gewählt wird, sonst sind wir bald nirgends mehr willkommen», umriss Boesch den Ernst der Lage aus Sicht der Bürgerlichen. Immerhin zählten die Freisinnigen bei den Gemeindewahlen 2018 im Kanton Zürich zu den Siegern. Noch besser sieht es aus, wenn man die Kantonsratswahlen 2015 zum Massstab nimmt. Damals schaffte die FDP die Wende und legte von 23 auf 31 Kantonsratssitze zu.

Nachdem alle Teilnehmer mit Mützen in FDP-blau ausgerüstet waren, setzte sich der Umzug in Bewegung. Parteiführung und höchste Amtsträger marschierten an der Spitze. Sie trugen ein Transparent mit dem Wahlslogan «Wir machen Zürich» vor sich her. Via Limmatquai, Münsterbrücke und Fraumünsterstrasse gelangte die Versammlung an den Bürkliplatz, das Ersatzziel der Veranstaltung. Genauer zum Geiserbrunnen, der seinen Namen zu Ehren des alt Stadtbaumeisters Arnold Geiser (1844–1909) trägt. Insofern ganz passend zum Wahlslogan.

Den roten Teppich auslegen

Wie die FDP Zürich machen will, war im Schatten eines Heissluftballons mit Parteilogo zu erfahren. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh will Arbeitsplätze schaffen, indem Regulierungen ab- statt aufgebaut werden. «Wir müssen den Menschen die Möglichkeit geben zu arbeiten», sagte sie. Das geschehe mit Innovation und indem der Kanton Unternehmen den roten Teppich auslege.

Parteipräsident Hans-Jakob Boesch will mehr und schneller Wohnungen bauen im Kanton Zürich. Nur so würden die Mieten bezahlbar bleiben. Planungs- und Bauprozesse müssten unbürokratisch und effizient ablaufen. «Es muss zügig um- und aufgezont werden», sagte Boesch.

Regierungsratskandidat Thomas Vogel, er zählt zu den Kronfavoriten, präsentierte die FDP als Umweltpartei. «Verantwortungsvolle Politiker muss man nicht überzeugen, dass eine intakte Umwelt einen grossen Wert hat», sagte Vogel.

Er verwies auf das Verkehrsabgabe- und auf das Wassergesetz. In beiden würden Dank der FDP wichtige umweltpolitische Weichen gestellt. «Der Erfolg liegt dort, wo ökonomische und ökologische Vorteile zusammenfallen», sagte Vogel.