Zoo Zürich
Elefantenkuh wurde obduziert: «Druk» starb altershalber

Die 49-jährige Elefantenkuh Druk im Zoo Zürich musste am Dienstasg eingeschläfert werden. Die Obduktion hat nun gezeigt: Druk war nicht krank, sonder einfach nur alt.

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Indi (l.), Omysha und Chandra (Rüssel) nehmen Abschied von der toten Druk.
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Druk mit Omysha
Druk (l.) mit Farha (Mitte) und Ceyla-Himali kurz vor der Eröffnung des Kaeng Krachan Elefantenparks im Sommer 2014.
Druk mit Omysha im Juni 2014
Elefantendame Druk
Die noch sehr junge Druk (r.) und Chhukha (l.) mit ihrem langjährigen Tierpfleger Ruedi Tanner im Zoo Zürich
Druk 1968 bei ihrer Ankunft in Zürich

Indi (l.), Omysha und Chandra (Rüssel) nehmen Abschied von der toten Druk.

Zoo Zürich, Robert Zingg

Seit Dienstag fehlt in der Elefanten-Herde im Zoo Zürich ein Tier. Die 49-jährige Elefantenkuh Druk musste eingeschläfert werden. Sie hatte es aus eigener Kraft nicht mehr geschafft, auf die Beine zu kommen. Sie war zu schwach. Ihr Körper wurde nun im Tierspital obduziert. Die Resultate zeigen: Sie schied altershalber aus dem Leben. «Druk ist nicht an einer Krankheit gestorben», sagt Zoo-Direktor Alex Rübel. Mit 49 Jahren habe sie ein für Elefanten schönes Alter erreicht.

Per Flugzeug kam die Elefantenkuh 1968, gerade mal 15 Monate alt, als Geschenk des Königs von Bhutan nach Zürich. Eigene Jungtiere hatte sie allerdings nie. «Wir wissen nicht genau, warum es nicht klappte», sagt Rübel. Sie habe auf jeden Fall nie einen Zyklus gehabt. Doch als Tante hat sie das Aufwachsen von zehn Jungtieren sehr eng begleitet. Eine erste Betreuungsfunktion konnte sie gegenüber der 1976 als einjähriges Jungtier importierten Ceyla ausleben. Als Tante besonders hoch im Kurs war sie dann auch bei Chandra. Die heute 14-Jährige war es auch, die am Dienstag nochmals zur leblosen Druk hinging und versuchte, ihren Kopf zu heben.

Druk war seit längerem etwas angeschlagen. Vor eineinhalb Jahren wurde sichtbar, dass die Sehkraft offenbar stark nachgelassen hatte. Sie lief verschiedentlich in Hindernisse und wollte kaum noch vertraute Bereiche verlassen. Sie bezog eine Box im Hintergrundbereich der Kaeng Krachan mit direkter Anbindung an eine Aussenanlage. «Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie 2014 wohl nicht mehr in die neue Anlage ziehen müssen», sagt Rübel.

Elefantenkuh Druk
4 Bilder
Nach dem Sturz konnte die Elefantenkuh nicht mehr alleine aufstehen.
Ihr musste mit einem Kran aufgeholfen werden.
Danach konnte Druk wieder stehen.

Elefantenkuh Druk

Zoo Zürich/Robert Zingg

Eigener Charakter

Bis zum Schluss sei Druk aber eine «ausgesprochene Spezialistin für das Knacken dicker Äste» gewesen. Sie wusste genau, in welchem Winkel sie diese an eine Wand anlehnen musste, um sie dann mit dem Vorderbein zu zerbrechen.

Die Elefantenkuh hatte auch einen eigenen, starken Charakter. Behagte ihr etwas nicht, so fand sie «Ausreden», um möglichst nicht mitmachen zu müssen. Früher etwa, beim Lauftraining in der alten Anlage, legte sie sich einfach hin, um nicht länger laufen zu müssen.
Druk wird in den nächsten Tagen verbrannt. Die anderen acht Elefanten werden in nächster Zeit unter sich sein. Es ist kein Zuwachs von anderen Zoos geplant. «Sollte eine unserer Kühe trächtig werden, nehmen wir das Jungtier sehr gerne», sagt Rübel. (RIK)

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