Zoo-Apéro
Einmal in der Woche kommt der Glacéwagen für die Tiere im Zoo Zürich

Die bei den Tieren beliebten Eisbomben dienen nicht nur als kühlende Leckerei, sondern auch als Beschäftigungstherapie. Um an das eingefrorene Futter zu kommen braucht es Geschick und auch ein wenig Geduld.

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Eine Eisbombe für die südamerikanischen Totenkopfäffchen.

Eine Eisbombe für die südamerikanischen Totenkopfäffchen.

Keystone

Sommerzeit ist Glacézeit. Auch viele Tiere im Zoo Zürich geniessen an heissen Tagen eine eisgekühlte Erfrischung. Deshalb bereitet der Futtermeister mit seinem Team regelmässig verschiedene Sorten zu, etwa für Elefanten, Fischotter, Brillenbären oder Totenkopfäffchen.

Der Glacéwagen kommt allerdings nur einmal pro Woche ans Gehege, denn schliesslich soll dies etwas Spezielles sein, wie Zoodirektor Alex Rübel am Mittwoch sagte. Die Sorten richten sich ganz nach Geschmack und Bedürfnis der Tiere. So gibt es für die Brillenbären Eiskübel mit Fruchtstückchen oder eine tiefgefrorene Melone, die Fischotter bekommen ihr Glacé mit Fischeinlage.

Dabei dienen die beliebten Eisbomben, für die einfach ein Teil des normalen Futters gefroren wird, nicht nur als kühlende Leckerei sondern gleichzeitig auch als Beschäftigungstherapie. Denn um an die vom Eis eingeschlossenen Leckereien zu kommen, braucht es Geschick und auch ein wenig Geduld.

Wenn bei den südamerikanischen Totenkopfäffchen Glacétag ist, dann hängen die tiefgekühlten Köstlichkeiten hoch oben zwischen den Zweigen, denn die kleinen Äffchen sind geschickte Kletterer.

Blitzschnell untersuchen sie die verschiedenen Futterstellen, um zu sehen, wo man etwas besonders Leckeres aus einem der Eisblöcke herausschälen kann und mit lautem Geschrei werden die Konkurrenten vertrieben. Eingefroren sind Rüeblistücke, Früchte, Nüsse, Kürbiskerne aber auch Mehlwürmer und an ganz besonderen Tagen wird das Wasser für das Affenglacé zusätzlich mit etwas Sirup versetzt.

Gleiches Futter in allen Zoos

Nicht nur bei Hitze eine besondere Diät benötigen die Grossen Ameisenbären aus Südamerika. Die extremen Nahrungsspezialisten fressen in der freien Wildbahn pro Tag 30'000 bis 40'000 Ameisen oder Termiten, die sie mit ihrer 60 Zentimeter langen Zunge geschickt aus den Insektenbauten angeln.

Im Zoo braucht es da ein passendes Ersatzfutter, das laufend weiterentwickelt wird. Eine komplizierte Mischung aus Hackfleisch, Hundefutter, Quark, 5-Kornflocken, Honig, Bananen, Äpfeln, Tomaten, Eier, Torf und Chitinpulver wurde inzwischen abgelöst durch ein Pulver, das nur noch mit Torf, Chitosan und Wasser angerührt werden muss. Zusätzlich gibt es natürlich auch Insekten.

In künstlichen Termitenhügeln können die Tiere dann nach dem versteckten Futter suchen. Ausserdem zerlegen sie mit ihren stark entwickelten Klauen gerne morsches Holz auf der Suche nach Essbarem.

Der Grosse Ameisenbär gilt als bedrohte Art, rund 120 Tiere werden im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm geführt. Gerade ist im Zoo Zürich der Nachfolger des neunfachen Vaters Domingo eingetroffen, der vor einem Jahr verstorben ist.

Inca kommt aus Frankreich und soll baldmöglichst für Nachwuchs in Zürich sorgen. Zuerst muss er jedoch die neue Anlage, die Tierpfleger und natürlich die drei anderen Ameisenbären kennenlernen. Keine Umstellung für den Neuen ist dagegen das Futter, denn weil Ameisenbären ausgesprochen sensibel auf Futterumstellung reagieren, wird in alles Zoos das Gleiche gefüttert.

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