Zoo Zürich
Die Elefanten im Zoo Zürich sind still und heimlich umgezogen

Die kleine Elefantenherde im Zoo Zürich ist in den neuen Kaeng Krachan Elefantenpark eingezogen. Offiziell eröffnet wird der Elefantenpark am 7. Juni. Bis dahin können die Dickhäuter sich in Ruhe an ihre neue Heimat gewöhnen.

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Das monatelange Üben hat sich gelohnt: Alle Elefanten marschierten brav in die Umzugscontainer.
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Mein Name ist Nase: Nur der Rüssel schaut noch aus dem Umzugscontainer heraus.
Pfleger kümmern sich um den sicheren Transport von Maxi, dem Bullen der Herde.
Monumentales Taxi: Mit einem 200-Tonnen-Kranlastwagen wurden die Elefanten im Container auf einen Tieflader verladen und anschliessend in den neuen Park transportiert.
Die Elefanten im Zoo Zürich sind umgezogen
Prunkstück des neuen Parks: Das neue Elefantenhaus ist auf den ersten Blick ein einziges Dach.

Das monatelange Üben hat sich gelohnt: Alle Elefanten marschierten brav in die Umzugscontainer.

Zoo Zürich

Drei Jahre Bauzeit, 10 000 Quadratmeter Platz, mehr als 42 Millionen Franken Baukosten. Das sind die Eckdaten des neuen Elefantengebäudes im Zoo Zürich, der grössten Baustelle in der Geschichte des Zoos. Inzwischen ist sie fertig - bis auf einige Kleinigkeiten.

Gestern ging der Umzug ins neue Heim in aller Heimlichkeit über die Bühne. Zoo-Direktor Alex Rübel freute sich, dass die Elefanten ihr neues Zuhause problemlos erreicht haben. «Ziel war es, diese Reise so stressarm wie möglich zu gestalten. Damit die Tierpfleger in Ruhe arbeiten konnten und die Elefanten nicht nervös wurden, fand die Aktion unter Ausschluss von Öffentlichkeit und Medien statt», sagte er auf Anfrage.

Nichts wurde dem Zufall überlassen. Die Elefanten hatten monatelang den Umzug in den neuen Kaeng-Krachan-Park trainiert. Sie lernten, selbst in die Transportkiste zu steigen, um dann mit einem fahrbaren 200-Tonnen-Kranlastwagen aus der Anlage geholt und auf einem Tieflader in den neuen Park transportiert zu werden.

Menschen sollen nicht stören

Nicht nur dies hatten die Dickhäuter zu lernen. Anders als früher werden ihre Pfleger nicht mehr die Chefs der Truppe sein, denen die Elefanten aufs Wort gehorchen müssen. Sollte einmal menschliche Hilfe nötig sein - wie etwa bei der Fusspflege - so geschieht dies nicht mehr wie bisher in direktem Kontakt, sondern durch ein Gitter hindurch. Dies soll gewährleisten, dass die Elefanten ihre Herde möglichst natürlich aufbauen können und nicht durch menschliche «Herrscherfiguren» gestört werden.

Das Herzstück der neuen Anlage ist eine riesige Holzkuppel. Sie sieht aus wie eine auf den Kopf gestellte Schüssel, die durch unzählige Lücken Licht in die Anlage lässt.

Elefanten in der Natur sind rund 18 Stunden am Tag mit Essen beschäftigt. Um dieser natürlichen Lebensweise möglichst nahe zu kommen, werden sich die Elefanten im neuen Gehege aktiver um ihr Futter bemühen müssen. Eine ganze Reihe von Fütterungseinrichtungen sollen auf dem Gelände verteilt werden und der 18-stündigen Nahrungssuche damit möglichst nahe kommen. Der Zoo hofft, dass der neue Elefantenpark zu einem ähnlichen Publikumsmagneten wie die Masoalahalle wird. Für die Zuschauer soll der Elefantenpark interessanter werden, nur schon weil anstatt bisher 5 Tieren bis zu 12 in Kaeng-Krachan wohnen können. Am 7. Juni 2014 um 11 Uhr wird der Elefantenpark öffentlich eingeweiht. «Wir sind sicher, dass sich sowohl Elefanten als auch Publikum über diesen neuen Lebensraum freuen werden», sagt Rübel. Um den Elefanten Zeit zu geben, sich mit den neuen Gegebenheiten vertraut zu machen, bleiben sie bis zur Eröffnung im Hintergrund, auch Führungen zu den Elefanten sind erst danach wieder möglich.

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