Kommentar
Aepplis Abgang hat einen Makel

Regine Aeppli hat als Bildungsdirektorin die Volksschule reformiert. Doch die noch nicht ausgestandene Affäre Mörgeli verleiht dem Abgang der SP-Regierungsrätin einen schalen Beigeschmack.

Matthias Scharrer
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Nach ihrem Rücktrittsentscheid wirkte Regierungsrätin Regine Aeppli erleichtert.

Nach ihrem Rücktrittsentscheid wirkte Regierungsrätin Regine Aeppli erleichtert.

EMANUEL PER FREUDIGER

Regine Aeppli, die dienstälteste Zürcher Regierungsrätin, tritt nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl an. Die Bildungsdirektorin hat gute Gründe für die Wahl dieses Rücktrittszeitpunkts: In der nächsten Legislaturperiode würde sie das Rentenalter erreichen. Wichtige Projekte wie die noch von ihrem Vorgänger Ernst Buschor angestossene Volksschulreform sowie die Zusammenführung der Fachhochschulen sind umgesetzt. Und zum Abschluss ihre zwölfjährigen Amtszeit darf sie turnusgemäss dieses Jahr noch einmal Regierungspräsidentin sein.

Doch ihr Abgang hat einen Makel: Die Affäre Mörgeli ist noch nicht ausgestanden. Die hängigen arbeits- und strafrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit der Entlassung von Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich könnten für Aeppli noch unangenehme Folgen haben. Zur Erinnerung: Mörgeli erfuhr von seiner Entlassung aus der Zeitung «Der Sonntag», noch bevor sie von der Unileitung formell beschlossen war. Als mögliche Quelle für die Vorabinformation über den Entscheid, der eigentlich Sache der Unileitung gewesen wäre, nahm die Staatsanwaltschaft einen von Aepplis Chefbeamten ins Visier: Den Chef des kantonalen Hochschulamts und Sektretär des Universitätsrats.

Natürlich gilt für Aeppli wie auch für den Chefbeamten die Unschuldsvermutung. Und solange die Verfahren in der Causa Mörgeli hängig sind, ist es nachvollziehbar, dass sich Aeppli gestern nicht näher dazu äusserte, ob ihr Rücktritt im Zusammenhang mit dieser Affäre stehe. Fest steht: Ohne den Fall Mörgeli und die offenen Fragen zu ihre Rolle darin wäre der Abgang der SP-Regierungsrätin würdiger.

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