Warum stellen Sie an der (G)Artenvielfalt aus?

Adrian Hospenthal: Diese Ausstellung bietet eine wunderbare Plattform, um einerseits auf die Probleme in der Pflanzenwelt aufmerksam zu machen und andererseits den Kindern die Natur zu präsentieren. Mit unserem Naherholungsraum wollen wir den Leuten eine Freude machen.

Esther Hospenthal: Es gibt sehr viele unbekannte, gartentaugliche Schönheiten in der heimischen Pflanzenwelt. Diese Vielfalt und die verschiedenen Kreisläufe möchten wir aufzeigen. Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass beim Bekämpfen der Raupe, der Schmetterling ebenfalls angegriffen wird. Die Blumen werden auch von den Insekten benötigt und gleichzeitig sind die Insekten Futter für die Vögel.

Welche Rolle spielen die Gartenbewohner bei der Gestaltung?

A. Hospenthal: Ohne Tiere gibt es kein Rundherum. Sämtliche Vermehrungsarten der Pflanzen basieren auf dem Wind oder auf Aktivitäten der Tiere. Die Gärtner müssen die Verbundenheit der Pflanzen mit den Tieren berücksichtigen.

E. Hospenthal: In einem Garten soll man sich an der Schönheit und dem Duft der Pflanzen erfreuen, aber gleichzeitig soll ein Summen, Brummen und Vogelgezwitscher zu hören sein. Wir plädieren in unserem Gartenraum für Vielfalt und Toleranz.

Die Weinbergtulpe ist beinahe ausgerottet. Was zeichnet diese Pflanze aus?

E. Hospenthal: Die Weinbergtulpe ist eine sehr trockenverträgliche Pflanze, die früher oft in den Rebbergen zu finden war. Mit der modernen Bewirtschaftung der Reben ist sie von dort mehr oder weniger verschwunden. Sie ist zwar noch in der Natur anzutreffen, aber die genauen Orte verrate ich hier nicht. Sonst wird sie weggepflückt und verschwindet ganz.

Die Weinbergtulpe ist eine pflegeleichte Pflanze und blüht von April bis Mai.

Die Weinbergtulpe ist eine pflegeleichte Pflanze und blüht von April bis Mai.

Worauf muss beim Anpflanzen der Weinbergtulpe geachtet werden?

A. Hospenthal: Wie bei allen Zwiebelpflanzen sind Wassersenken zu vermeiden. Ebenfalls sollte der Boden beim Bepflanzen in der Tiefe gelockert und im Folgejahr nicht tiefer als 10 Zentimeter aufgehackt werden. So bleiben die Zwiebeln intakt. Ansonsten ist es eine pflegeleichte, wärmeliebende Pflanze.

Was machen Sie, wenn bei Aufträgen invasive Neophyten verlangt werden?

A. Hospenthal: Ich lehne sie konsequent ab und habe auch keine invasiven Neophyten mehr im Betrieb. Ich muss zwar anfügen, dass die Listen, auf denen die invasiven Neophyten aufgeführt werden, sehr schnelllebig sind. Ich beobachte sie aber genau und verwende oder verkaufe das Aufgeführte nicht mehr.

E. Hospenthal: Es ist nicht damit getan, sie nicht mehr zu verkaufen. Die Kunden müssen aktiv informiert werden. Deshalb ist diese Ausstellung so wertvoll. Einerseits wird auf die Biodiversität aufmerksam gemacht und andererseits wird mit den Neophyten ein Thema angesprochen, über das nicht gerne geredet wird. So kann man Verschiedenes auf eine lockere Art und Weise diskutieren.