Aesch

Wegen Coronavirus setzt Aesch die Gemeinderatswahl vorerst aus

Seine Nachfolge kann wegen des Coronavirus noch nicht geregelt werden: Gemeinderat Max Holliger bleibt vorerst im Amt.

Seine Nachfolge kann wegen des Coronavirus noch nicht geregelt werden: Gemeinderat Max Holliger bleibt vorerst im Amt.

Der Nachfolger des abtretenden Hochbauvorstands Max Holliger soll vor den Sommerferien gewählt werden. Ob das klappt, ist noch offen.

In der Gemeinde Aesch wäre für die Ersatzwahl eines Gemeinderatsmitgliedes eigentlich alles bereit. Nachdem Hochbau- und Liegenschaftenvorstand Max Holliger (FDP) gegen Ende des vergangenen Jahres seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht hatte, stehen nun gleich drei Kandidaten parat, welche in der laufenden Amtsperiode 2018-2022 die Nachfolge antreten würden. Eine stille Wahl ist damit nicht zu Stande gekommen – der Gemeinderat wird eine Urnenwahl ansetzen.

Doch wann die rund 1060 Aescher Stimmberechtigten zur Urne gerufen werden, ist unklar. Der Gemeinderat hat den Wahlgang an seiner Sitzung vom Dienstagabend vorerst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. «Das Ziel bleibt, dass die Ersatzwahl vor den Sommerferien über die Bühne gebracht werden kann», sagt Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum Aesch) auf Anfrage. Doch wegen des Coronavirus und den damit verbundenen Einschränkungen und Auflagen lasse sich derzeit noch kein Datum für den ersten und den allenfalls notwendigen zweiten Wahlgang festlegen.

Zunächst hatte der Gemeinderat den 17. Mai ins Auge gefasst. Doch nachdem bereits der Bund seine Abstimmungen über die Begrenzungsinitiative der SVP und über zwei Bundesgesetze wegen des Coronavirus an diesem Termin abgesagt hat und auch der Kanton Zürich seine beiden Vorlagen zurückgezogen hat, verzichtet nun auch Aesch auf diesen Termin.

Das Coronavirus stört die freie Willensbildung

Organisatorisch hätte zwar nichts gegen jenen Mai-Sonntag gesprochen, sagt Jahn. Allenfalls wäre das Wahllokal halt geschlossen und die Stimmabgabe auf den Briefkasten beim Gemeindehaus beschränkt worden. Und beim Auswerten des Wahlresultates hätte der Mindestabstand unter den Stimmenzählern ebenfalls eingehalten werden können. Für eine Verschiebung der Ersatzwahl sprachen gemäss Jahn aber demokratiepolitische Gründe: «Es treten drei Kandidaten an – doch wegen des Versammlungsverbots können die Wähler diese vor dem Urnengang gar nicht kennenlernen.» Wegen den Corona-Auflagen sind derzeit weder Podiumsdiskussionen noch Standaktionen möglich, selbst Parteiversammlungen sind untersagt. «So können sich die Wählerinnen und Wähler nicht gut entscheiden», sagt Jahn. Der Aescher Gemeinderat will nun abwarten und beobachten, wie sich die Situation weiter entwickelt. Den Entscheid, wann der erste Wahlgang erfolgen soll, wird er später treffen.

Die Ersatzwahl ist nötig geworden, da Gemeinderat Max Holliger um seinen vorzeitigen Rücktritt ersucht hat. Auf die Wahlausschreibung sind nach Ablauf der ordentlichen Frist drei Kandidaturen eingereicht worden. Dabei ist es auch nach dem Verstreichen der Nachfrist geblieben. Zur Wahl stellen sich gemäss den eingegangenen offiziellen Wahlvorschlägen André Guyer (Jahrgang 1957), Hans-Rudolf Keller (1958) und Karsten Kunert (1965). Holliger bleibt vorerst im Amt, bis sein Nachfolger gewählt ist.

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