Geroldswil
Wegen Corona: Der Sicherheitsvorstand musste an der Gemeindeversammlung für den Finanzvorstand einspringen

Martin Conrad präsentierte für seinen an Covid-19 erkrankten Gemeinderatskollegen Paul Albrecht an der Gemeindeversammlung am Montag das Budget 2021. Das Geroldswiler Stimmvolk genehmigte die Steuerfusssenkung und gab der Weiterentwicklung im Dorf grünes Licht.

Sibylle Egloff
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Die beiden privaten Gestaltungspläne für das Geroldswiler Zentrum wurden an der Gemeindeversammlung genehmigt.

Die beiden privaten Gestaltungspläne für das Geroldswiler Zentrum wurden an der Gemeindeversammlung genehmigt.

Severin Bigler

Es war eine Premiere in seiner 22-jährigen Karriere im Gemeinderat. Der Geroldswiler Sicherheitsvorstand Martin Conrad (SVP) präsentierte an der Gemeindeversammlung am Montagabend den 86 erschienenen Stimmbürgern mit dem Budget 2021 erstmals ein Finanzgeschäft. Er sprang für Finanzvorstand Paul Albrecht (parteilos) ein. Dieser blieb der Versammlung fern, weil er positiv auf Covid-19 getestet wurde. Da er sich zur Vorbereitung mit Sozialvorständin Veronika Neubauer (SVP) getroffen hatte, war auch sie quarantänebedingt abwesend. Conrad machte, obwohl er erst einen Abend davor von seiner neuen Aufgabe erfuhr, gleich wie das Budget eine gute Figur.

Huebegg liefert Einnahmen von 1,2 Millionen Franken

«Ich bin aufgrund der Kurzfristigkeit froh, dass ich Ihnen eine Steuersenkung statt eine Steuererhöhung kundtun kann», sagte Conrad. Die guten Jahresabschlüsse der Vorjahre, die s­oliden Grundstückgewinnsteuern sowie die Vermietung der Überbauung Huebegg zu 80 Prozent, hätten zu einem schönen Beitrag im Finanzhaushalt geführt. Die Huebegg bringt der Gemeinde 2021 Mietzinseinnahmen von 1,2 Millionen Franken. Die Versammlung sträubte sich nicht gegen die Steuersenkung um 3 Prozentpunkte von 49 auf 46 Prozent. Sie genehmigte den neuen Steuerfuss und das dazugehörige Budget. Der Gemeinderat rechnet 2021 mit einem Plus von 600000 Franken, bei einem Aufwand von 23,92 Millionen Franken und einem Ertrag von 24,52 Millionen Franken.

Ich bin aufgrund der Kurzfristigkeit froh, dass ich Ihnen eine Steuersenkung statt eine Steuererhöhung kundtun kann.

(Quelle: Martin Conrad, stellvertretender Geroldswiler Finanzvorstand)

Ebenso bewilligt wurden die privaten Gestaltungspläne «Gemeindezentrum Teil 1» und «Gemeindezentrum Teil 2». Der erste bezieht sich auf die 6112 Quadratmeter grosse Fläche des Baufelds Hotel, zu dem auch die reformierte Kirchgemeinde und die Wohnungen der Baugenossenschaft Schönheim gehören. Der zweite umfasst das 8439 Quadratmeter grosse angrenzende Gebiet, auf dem sich das Gemeindehaus, die katholische Kirchgemeinde St. Johannes, die Post sowie die Wohnungen der Baugenossenschaft Hochwacht befinden. «Mit den beiden Gestaltungsplänen werden die bau- und planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine architektonisch und städtebauliche besonders gute Weiterentwicklung geschaffen. Genau das, was wir im Zentrum beabsichtigen», sagte Hochbauvorstand Peter Vogel (FDP). Eine Votantin störte sich an der Gestaltungsplanvorschrift bezüglich der Freiräume. «Es heisst, dass keine Spiel- und Ruhe­flächen erstellt werden müssen. Weshalb sollen im Zentrum keine Spielplätze errichtet werden?», fragte sie. Man baue bestehende Gebäude um, dadurch würden ringsum keine neuen Flächen entstehen, auf denen man Spielplätze erstellen könne, entgegnete Vogel.

Erste Einlage in Fonds der Huebegg sorgt für Kritik

Das Stimmvolk hiess überdies ein Reglement über den Liegenschaftenfonds der Überbauung Huebegg gut. Somit ist es dem Gemeinderat nun möglich, einen Teil der Mietzinseinnahmen in einem Fonds zu verwalten und für werterhaltende Erneuerungen zu nutzen. 2021 werden 300000 Franken in den Fonds fliessen. Das führte zu Diskussionen. «Mir fehlt die Grundlage für diesen Betrag. Das wären 25 Prozent der Mieteinnahmen», sagte eine Votantin. Eine andere machte beliebt, erst in ein paar Jahren mit den Rückstellungen zu beginnen. Finanzvorstand-Stellvertreter Conrad antwortete: «Wir finden es vernünftig, bereits jetzt mit der Fondsäufnung zu starten und nicht erst, wenn Erneuerungen aktuell werden.»

Behandelt wurden zudem zwei Anfragen bezüglich einer Petition gegen den Mobilfunkstandard 5G und der höheren Wasser- und Abwassergebühren ab dem Jahr 2021.

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