Bettina Hamilton-Irvine, Chefredaktorin

Doris Leuthard packt an: Als es am 28. August dieses Jahres darum ging, mit einem Spatenstich hochoffiziell den Baustart der Limmattalbahn zu markieren, liess es sich die Verkehrsministerin nicht nehmen, höchstpersönlich von Bern nach Schlieren zu reisen, um dort zur Schaufel zu greifen. Doch kein Wunder: Es war auch ein geschichtsträchtiger Moment, als aus einer rund 15 Jahre lang gehegten Idee und sechs Jahren intensiver Planung endgültig Realität wurde. Um den Moment zu würdigen, nahmen alle die grossen Worte hervor: Von einem «Vorzeigeprojekt» sprach Leuthard, von einem «Generationenprojekt» die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh, von einem «geschichtsträchtigen Tag» die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner. Doch noch haben sich nicht alle mit der Bahn angefreundet: Die Volksinitiative «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren» wird als Nächstes im Kantonsrat behandelt, dann wohl nochmals vors Volk kommen. Es bleibt spannend.

Gabriele Heigl, Redaktorin

Ein Schlafzimmer wie ein Märchen: fantasievoll, schwelgerisch und auch ein bisschen kitschig. Der Dietiker Traum-Tänzer Bruno Weber hat es in seinem Schlösschen hoch oben über Dietikon geschaffen. Anlässlich unserer diesjährigen Sommerserie «So lebt das Limmattal» öffnete uns seine Witwe Maria Anna Weber die Türen zu ihren künstlerisch gestalteten Privatgemächern. Die kindliche Fantasie, die sich in bunten Glasfenstern, Papageno- und Pagagena-Darstellungen und vielfältigen Blattmustern ausdrückt, steht in Kontrast zu den Schlagzeilen, die der Bruno-Weber-Park auch in diesem Jahr wieder schrieb. Bruno Webers Nachlassverwalter, die Bruno-Weber-Stiftung und der Verein «Freunde Bruno Weber Park», bekriegten sich mit allen Mitteln: Vollstreckungsandrohungen, Bilderentzug, Stiftungsaufsichtsbeschwerden und Nutzungsvertragskündigungen. Gar nicht märchenhaft.

David Egger, Redaktor

«Sankt Barbara, Du edle Braut, mein Leib und Seel’ sei Dir vertraut!»: So beginnt ein Gebet an die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute. Auch beim Bau der dritten Tunnelröhre durch den Gubrist wacht sie über die Arbeiter. Damit kein Unfall passiert. Bevor der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) und die Weininger Tunnelpatin Maya Grossmann am 21. November per Knopfdruck die erste Sprengung am Gubrist-Ostportal auslösten, setzte Polier Dietmar Winkler die Heiligenfigur in die Nische beim Tunneleingang. Ein grosser Moment auf dem steinigen Weg zu weniger Staustunden.

Sandro Zimmerli, Stv. Chefredaktor

Den 8. Juli hatten sich die Nachwuchsschwinger des Schwingklubs Glatt- und Limmattal dick in ihrer Agenda eingetragen. In Weiningen stand an jenem Samstag der Saisonhöhepunkt auf dem Programm – das 75. Kantonale Nachwuchsschwingfest. Rund 350 Jungschwinger waren am Start, darunter neun des Schwingklubs Glatt- und Limmattal. Den letzten Schliff für den Grossanlass holten sie sich im Schwingkeller in der Turnhalle Moos in Schlieren. Wie das Bild zeigt, brauchten der Hüttiker Stefan Zemp (gelbes Shirt) und der Dietiker Cyrill Guthauser keine Extramotivation, um sich mit der nötigen Konzentration auf den Auftritt vor heimischem Publikum vorzubereiten. Bei aller Ernsthaftigkeit, mit der im Schwingkeller trainiert wird, ist der Umgang unter den Nachwuchsschwingern stets respektvoll.

Alex Rudolf, Redaktor

Vor zahlreichen geladenen Gästen überreichte die Schlieremer Hochbauvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) ihrer Stadtrats- und Parteikollegin Beatrice Krebs Mitte Juni diverse Geschenke, um die Fertigstellung des Schulhauses Reitmen zu feiern. Neben dem «Gwändli», welches sie hier stolz in die Höhe hält, zauberte sie aus der karierten Tasche noch zahlreiche weitere Gaben für die Schulvorsteherin. Das bedeutendste Geschenk war jedoch das Schulhaus selbst, das im Herbst dann von Schülern und Lehrern in Beschlag genommen wurde. Der 75,5-Millionen-Bau löst nicht nur die Platzprobleme der Schule, sondern überzeugt mit seiner glänzenden Blech-Fassade auch aus architektonischer Sicht. Zudem verhilft er dem Neubau-Quartier Schlieren West zu mehr Identität, was nicht zuletzt auch die Aufenthaltsqualität steigert. Das ist jedoch nicht das einzige Bemerkenswerte an diesem Bild. Auch der Umstand, dass bei einem der finanziell und planerisch aufwendigsten Projekte der Region zwei Frauen Schlüsselrollen übernehmen, erfreut. Besonders der Nachbar Dietikon, wo sich anlässlich der kommenden Gesamterneuerungswahlen keine einzige Frau für eine Stadtratskandidatur erwärmen oder finden konnte, sollte sich von diesem Bild inspirieren lassen.

Kevin Capellini, Praktikant

Unerwartet süsser Nachwuchs: Darüber durften sich die Verantwortlichen in der Freizeitanlage Chrüzacher diesen Herbst freuen. Völlig überraschend kam dort an einem Sonntagmorgen ein Eselbaby zur Welt – von einer Eselmutter, von der man glaubte, sie könne gar nicht trächtig werden. Der Ansturm in den Folgewochen war gross. Jeder, ob alt oder jung, wollte den kleinen Esel sehen, der aufgeregt und voller Energie durch das Gehege tollt. Denn Nachwuchs im Chrüzacher ist selten und kam seit über sieben Jahren nicht mehr vor. Dem speziellen Anlass entsprechend durfte die Dietiker Bevölkerung dann auch Namensvorschläge für das Jungtier einreichen, was sie noch so gerne tat. Die Wahl fiel schliesslich auf einen Namen, der dem kleinen Tier, das für grosse Aufregung und Überraschung sorgte, mehr als gerecht wird: Elvis heisst das Eselskind, das jetzt schon ein kleiner Star ist.

Christian Tschümperlin, Praktikant

Monika Schmucki versetzt die Kinder in ihrem Dietiker Puppentheater Potztuusig in eine Märchenwelt. Orientalische Kissen, nostalgische Sofas und rote Vorhänge zieren den liebevoll eingerichteten Theaterraum. Die Puppenspielerin selbst ist während der Aufführung nicht zu sehen. Sie steht hinter einer königsblauen Holzwand, an der sich kleine und grosse Kalenderfenster aufklappen lassen. Ein solches öffnet sie zum Auftakt von «Grittimüüs und Schoggibänz». Der Kasperli lehnt sich hinaus und ruft sein obligates «Sindr alli da?». Nach dem hallenden «Ja» des Publikums wundert sich der Kasper, ob denn der Weihnachtsmann noch nicht parat sei, ohne die Hauptperson könne das Stück doch nicht beginnen. Schmucki nimmt ihr Publikum an die Hand und führt es originell und temporeich durch eine bunte Welt, die sie mit ihren Stab- und Handfiguren zum Leben erweckt.

Daniel Diriwächter, Produzent

Der Herr des Waldes: Felix Holenstein, Revierförster und Leiter des kommunalen Forstdiensts der Stadt Dietikon, bei einem Baumstumpf im März 2017 – die Folgen des Sturms Lothar von 1999 sind heute noch sichtbar. Dennoch befindet sich der Wald in einem Prozess und verändert sich stetig. Eine natürliche Beforstung sorgt weiter dafür, dass beim Streifzug durch den Honeret ganz unterschiedliche Stellen und Flächen zu entdecken sind.