Bevölkerungsentwicklung

Über 440'000 Einwohner: Ab 2021 wird Zürich grösser denn je

1962 besass Zürich 440'180 Einwohner. Bis 1990 waren die Bevölkerungszahlen rückläufig. Nun dürfte der Rekord schon bald gebrochen werden. (Themenbild)

Bis 2035 dürfte die grösste Schweizer Stadt nochmals um 76'000 Personen wachsen.

Zürichs Einwohnerrekord wankt, nach fast einem halben Jahrhundert. Er stammt aus dem Jahr 1962. Damals zählte die Stadt 440'180 Einwohnerinnen und Einwohner. Bis in die 1990er-Jahre schrumpfte sie auf rund 360'000. Dann wuchs Zürich erneut: Ende 2018 lag die Einwohnerzahl bereits bei 428'737. Im Jahr 2021 dürfte der Rekord von 1962 übertroffen werden, wie Statistik Stadt Zürich gestern mitteilte.

Und die Statistiker gehen davon aus, dass das Wachstum weitergeht: Im Jahr 2035 dürfte Zürichs Bevölkerung demnach 505'000 Personen umfassen – 76'000 mehr als 2018. Dies besagt das mittlere Szenario der städtischen Statistiker. Die Bandbreite ihrer Szenarien reicht von 476'000 bis 533'000 Personen im Jahr 2035.

Die Berechnungen beruhen zum einen auf der geplanten und zu erwartenden Bautätigkeit, zum anderen auf Trends punkto Geburtenraten, Sterblichkeit, Zu- und Wegzügen sowie Einbürgerungen. Letztere beeinflussen die von den Statistikern erwartete Bevölkerungsentwicklung nach Nationalitäten: Demnach wächst die Bevölkerung Zürichs mit Schweizer Pass bis 2035 um rund 67'000 Personen. Von der halben Million Stadtzürcherinnen und -zürchern werden gemäss Statistik Stadt Zürich 357'800 einen Schweizer Pass haben. Im gleichen Zeitraum von 2019 bis 2035 werden insgesamt zwischen 60'000 und 68'000 Einbürgerungen in der Stadt erwartet, wie ein Mitarbeiter von Statistik Stadt Zürich auf Anfrage mitteilte.

Mehr Geburten und mehr Zuzüge

Zwei Faktoren bestimmen das Bevölkerungswachstum. Einer davon ist der Geburtenüberschuss. Er belief sich zuletzt auf rund 2000 Personen pro Jahr. In den kommenden Jahren dürfte er tendenziell zunehmen: Die Anzahl Geburten steigt, die Anzahl Todesfälle sinkt, wie aus den Angaben von Statistik Stadt Zürich hervorgeht. Etwa ab 2025 nimmt der Geburtenüberschuss dann voraussichtlich leicht ab. Der zweite prägende Faktor beim Bevölkerungswachstum ist der sogenannte Migrationssaldo, also das Verhältnis von Zu- und Wegzügen. Gegenwärtig verzeichnet die Stadt Zürich jährlich 3000 bis 5000 Zuzüge mehr als Wegzüge. In den nächsten fünf bis zehn Jahren dürfte dies so bleiben, wie es bei Statistik Stadt Zürich heisst.

Bevölkerungsentwicklung Stadt Zürich

Bevölkerungsentwicklung Stadt Zürich

Innerhalb der Schweiz halten sich die Zu- und Wegzüge von und nach Zürich gegenwärtig noch die Waage, wobei ein Trend zu mehr Wegzügen erwartet wird. Was das Ausland betrifft, überwiegen weiterhin die Zuzüge nach Zürich. Das Wachstum der Stadt durch Zuzüge aus den deutschsprachigen Nachbarländern neigt sich jedoch dem Ende zu: Ab dem Jahr 2022 sinkt die Zahl der deutschen, österreichischen und liechtensteinischen Bewohner Zürichs von 39 100 auf 27'900, so das laut Statistik Stadt Zürich wahrscheinlichste Szenario. Weiterhin wachsen dürften hingegen zum einen die Bevölkerungsgruppen aus dem restlichen Europa, von aktuell rund 71'000 auf 83'000 Personen im Jahr 2035; zum anderen jene aus der restlichen Welt, nämlich von 29'000 auf knapp 36'000 Personen.

Zahlenmässig am stärksten zulegen werde die Altersgruppe der 10- bis 19 Jährigen. Auch die Altersgruppe der 40- bis 69-Jährigen legt deutlich zu, wie es in der Medienmitteilung heisst. Am stärksten wächst die Stadt voraussichtlich in Zürich-Nord und Zürich-West. Dort ist die Bautätigkeit besonders gross, zudem sind noch bedeutende Baulandreserven vorhanden.

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