Handball

Trotz Niederlage: Ligaerhalt bleibt Ziel

Dietikon-Urdorfs Goalgetterin Francine Koch setzt zum Schuss an: Auch sie fand gegen die Brühler Abwehr nur selten eine Lücke.

Dietikon-Urdorfs Goalgetterin Francine Koch setzt zum Schuss an: Auch sie fand gegen die Brühler Abwehr nur selten eine Lücke.

HC Dietikon-Urdorf verliert in der Abstiegsrunde gegen Brühl Handball Future mit 12:20 (7:10)

Am Ende fanden sie deutliche Worte: «Keine Spielerin erreichte heute das Niveau, das sie in den vergangenen beiden Spielen hatte», sagte Muzaffer Dogru. Und Tobias Zatti fügte hinzu: «Wir haben heute einfach einen schlechten Tag eingezogen.» Die beiden Trainer des HC Dietikon-Urdorf zeigten sich gestern sichtlich enttäuscht nach der Niederlage gegen Brühl Handball Future.

Aufgrund der Stärkenverhältnisse kam die Niederlage nicht ganz unerwartet. Brühl verfüge über eine starke Mannschaft, merkte Dogru nach der Begegnung an. «Diese ist in dieser Gruppe sicherlich zu favorisieren.» Daher seien die 20 erhaltenen Gegentore eigentlich nicht viel. Doch was er bei seinem Team vermisst hatte, das war die Offensive: «Wir haben nur zwölf Tore geschossen, wir haben viele freie Bälle liegen lassen. Im Spiel nach vorne waren wir heute ein Totalausfall.» Tatsächlich hatten die Limmattalerinnen im Angriff gegen die Gäste aus Brühl wenig auszurichten. Sie lagen zwar in der Startphase noch mit 3:1 in Führung, doch danach häuften sich die Fehlwürfe.

Das Team aus Brühl zeigte sich hingegen vor dem Tor deutlich kaltschnäuziger. Nach knapp 19 Minuten lag es bereits mit vier Toren Vorsprung in Front. Und die Gäste verwalteten ihre Führung bis zur Pause souverän – beim Halbzeitpfiff stand es aus Sicht der Limmattalerinnen 7:10.

Es fallen kaum mehr Treffer

Und es sollte in der zweiten Hälfte sogar noch schlimmer kommen. Die Limmattalerinnen blieben immer wieder in der Verteidigung hängen, gerade mal fünf Tore gelangen ihnen in der zweiten halben Stunde. Damit haben sie so wenig Tore erzielt wie noch nie in dieser Abstiegsrunde. «Die Brühlerinnen konnten uns ständig blockieren», sagte Dogru. Und wenn sie dann doch einmal zum Abschluss kamen, flog der Ball meist am Tor vorbei.
Dass es den Limmattalerinnen offensiv nicht nach Wunsch lief, zeigte sich auch an der Wurfquote. Gerade einmal 33 Prozent betrug diese gegen Brühl. Ein krasser Gegensatz zu den von Dogru angesprochenen beiden letzten Partien gegen Zug und GC Amicitia Zürich: Gegen die Zugerinnen erreichten sie eine Quote von 67 Prozent, gegen die Zürcherinnen immerhin noch 57 Prozent. Beide Partien hat Dietikon-Urdorf gewonnen. Doch mit der Niederlage gegen Brühl ist diese Siegesserie nun gerissen.

Wieso kamen die Limmattalerinnen, die zuvor in dieser Abstiegsrunde bisher erst einmal – gegen Emmen – verloren hatten, gegen Brühl nicht auf Touren? «Gut, wir konnten unter der Woche nicht komplett trainieren», sagte Dogru. «Aber das soll keine Ausrede sein. Es gibt halt solche Spiele.»

Nach der Niederlage sind die Limmattalerinnen auf Platz drei in der Tabelle abgerutscht. Die Chancen, den Ligaerhalt zu schaffen, bleiben damit jedoch intakt. Denn die ersten drei Teams bleiben in der Liga, das viert- und fünftplatzierte Team müssen in die Barrage, und nur das Tabellenschlusslicht steigt direkt ab. Die Hälfte der Abstiegsrunde ist für Dietikon-Urdorf bereits vorbei, fünf Partien bleiben also noch, um einen der drei vorderen Ränge und damit den Ligaerhalt zu sichern. «Wir hatten als Ziel herausgegeben, nach der Hälfte der Abstiegsrunde sechs Punkte zu haben», sagte Dogru. «Nun sind es fünf, also ein Punkt weniger. Das ist nicht schlecht.»

Nun gegen das Überraschungsteam

Im nächsten Spiel am übernächsten Samstag trifft Dietikon-Urdorf auf Zofingen. Das ist ein Team, das Dogru bisher überrascht hat. «Man hätte gedacht, Zofingen sei der Punktelieferant in dieser Abstiegsrunde», sagte er. «Doch dem ist nicht so.»
Tatsächlich hat Zofingen derzeit einen Punkt mehr auf dem Konto als Dietikon-Urdorf – und dies erst noch bei zwei Partien weniger. Die Limmattalerinnen sind also gefordert. Allerdings wird für Dogru erst am Schluss entschieden, wer in der 1. Liga bleiben darf und wer nicht. «Es wird bis zum Schluss eng bleiben», ist er überzeugt.

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