Zürich

Trauer im Zoo Zürich: Koala-Männchen wegen Infektionskrankheit eingeschläfert

Koala-Männchen Milo kam Anfang Februar 2018 aus dem Australian Reptile Park nach Zürich.(Archivbild)

Koala-Männchen Milo kam Anfang Februar 2018 aus dem Australian Reptile Park nach Zürich.(Archivbild)

Der Zoo Zürich verliert auch sein zweites Koala-Männchen. Milo, das Koala-Männchen, ist verstorben. Er musste wegen einer Infektionskrankheit eingeschläfert werden.

Vergangenen Donnerstag musste er sich auch von seinem zweiten Koala-Männchen verabschieden. Milo musste wegen einer Infektionskrankheit eingeschläfert werden. Er sei zusehends schwächer geworden und die Untersuchungsergebnisse hätten keine Hoffnung auf eine Besserung seines Zustandes zugelassen, schreibt der Zoo in einer Mitteilung von gestern.

Bereits am 13. Dezember des vergangenen Jahres starb Mikey. Dem Tod beider Koala-Männchen liegt ein starker Befall mit Retroviren zugrunde, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Gemäss Zoodirektor Alex Rübel ist dies keine unübliche Todesursache bei den Koalas. «Viele auch wild lebende Tiere tragen solche Retroviren in sich», sagt er.

«Offenbar sind vermehrt Männchen betroffen»

So sind laut Mitteilung grosse Teile der Koalapopulation in Australien natürlicherweise Träger von Retroviren. Beginnen diese, sich im Körper der Träger massenhaft zu vermehren, greifen sie das Immunsystem und die Bildung der Blutkörperchen an. Das betroffene Tier büsst seine Abwehrmöglichkeiten gegenüber Krankheitskeimen ein und die Fähigkeit zur Blutgerinnung. Die Veränderungen im Blutbild entsprechen jenen bei einer Leukämie.

«Offenbar sind vermehrt Männchen von der Krankheit betroffen», sagt Rübel. Die Veterinäre des Zoo Zürich wollen nun alle bei diesen beiden Todesfällen gewonnenen Untersuchungsresultate nutzen, um Wege zu einer Früherkennung eines Virenausbruchs zu finden. Treten bereits klinische Symptome auf, kann den befallenen Tieren kaum mehr geholfen werden. Allerdings gibt es noch keine geeignete Behandlung für die Krankheit. «Die Forschung ist daran, Methoden zu entwickeln», so Rübel. Was man wisse, sei, dass die Krankheit erst zuschlage, wenn die Tiere nicht mehr ganz jung seien.

Trotz des Verlustes bleibt ein Lichtblick. Milo hat sich vor seinem Tod mit den beiden Weibchen Maisy und Pippa gepaart. Ob diese Paarungen erfolgreich waren, wird sich aber erst in ein paar Monaten zeigen, denn junge Koalas verbringen ihre ersten fünf bis sechs Lebensmonate verborgen im Beutel der Mutter. «Mit grosser Wahrscheinlichkeit tragen auch die beiden Weibchen Retroviren in sich», sagt Rübel. Er hoffe nun, dass die Krankheit bei ihnen aber nicht ausbreche.

Meistgesehen

Artboard 1