Am Freitagabend war es wieder soweit: Der Männerchor Schlieren ging mit einem weiteren Doppelkonzert, wie es alle zwei Jahre auf dem Programm steht, in die nächste Runde. Die reformierte Kirche in Schlieren war so gut besetzt, dass die Getränke in der Pause langsam knapp wurden. Über zwei Stunden unterhielten über vierzig Männer, die sich bei diesem Konzert für eine gelbe Krawatte entschieden hatten, mit kraftvollen Stimmen. Der Chorgesang ging bisweilen durch Mark und Bein. Die Liederauswahl so gestaltet, dass mit den Themen Freundschaft, Traurigkeit und Sehnsucht viele verschiedene Emotionen im Publikum geweckt werden konnten.

Eine Steigerung des Gesangs der Männer setze nach der Soloeinlage der Sopranistin ein. Michaela Unsinn setzte mit der Arie «Ch’io mi scordi di te? Non temer, amato bene», die Wolfgang Amadeus Mozart 1786 in Wien geschrieben hatte, eigene Massstäbe und brachte das Publikum zum Staunen. Etwas holpriger waren manche Ansagen der Chormitglieder, die von Namensverwechslungen, mangelnder Lautstärke und amüsanten Aussagen geprägt waren. Sie sorgten für heitere Momente im Publikum. Etwa dann, als das tragisch-tödliche Ende im «Guggisberg Lied» vorgestellt und im direkten Anschluss dem Publikum «viel Vergnügen» gewünscht wurde.

Konzert Männerchor Schlieren

Konzert Männerchor Schlieren

Männerchor Schlieren mit Solistin Michaela Unsinn und André Desponds am Flügel.

Es war das achte Doppelkonzert von Dirigent Christian Meldau, der den Chor seit 16 Jahren musikalisch leitet. An diesem Abend wurde er besonders für seine Geduld gelobt. Er könne jeweils das Beste aus dem Chor herausholen und das führe dazu, dass möglich werde, was den Männern gefällt: das Meistern von Herausforderungen, damit so ein Konzert entsteht. Das bekannte Stück «Über den Wolken» von Reinhard Mey wurde vom Dirigenten für den Anlass neu arrangiert. Am Flügel erhielt André Desponds grossen Applaus für seine Soloeinlage am Schluss des Abends. «Seinesgleichen kann man lange suchen», sagte Chorpräsident Jürg Hiltmann über den Pianisten.

Das Konzert kam im Publikum gut an und wurde mit tosendem Applaus und stampfenden Füssen gewürdigt. «Nach einem solchen Konzert geht man mit grosser Freude nach Hause», sagte etwa Paula Kuhn. «Es war sehr schön und wir haben auch den Pianisten Desponds schon in Baden gesehen», ergänzte Heinz Schneider, der eigens aus Baden angereist war. Sein Highlight des Abends sei das Stück «Griechischer Wein» von Udo Jürgens gewesen, aber auch das Lied «Kamerade» von Mathias Zogg habe in der Konstellation der Männer, die dieses Stück gemeinsam sangen, eine tolle Wirkung gezeigt.