Strassenbeleuchtung

Stadtrat nimmt das Thema Lichtverschmutzung auf

Insekten und Nachtfalter umschwirren eine Strassenlampe.

Insekten und Nachtfalter umschwirren eine Strassenlampe.

In seinem Regierungsprogramm hat der Dietiker Stadtrat ein Beleuchtungskonzept, das Grünen-Gemeinderat Andreas Wolf aufs Tapet gebracht hat, in Aussicht gestellt. Dieses soll die Strassen, Wege und Plätze umfassen.

In seinem Regierungsprogramm hat der Dietiker Stadtrat ein Beleuchtungskonzept in Aussicht gestellt. Dieses soll die Strassen, Wege und Plätze umfassen. Noch liegt es nicht vor, doch für den Stadtrat ist klar, dass darin Massnahmen gegen «Lichtverschmutzung durch unnötiges oder gar schädliches Licht» ein angemessenes Gewicht erhalten müssen. Zudem kündigt er an, dass das Thema Licht auch im Rahmen der Revision der Bauordnung berücksichtigt wird: «Es sollen für Bauherrschaften verbindliche Vorgaben aufgenommen werden.»

Dies hält der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) fest. Dieser hatte sich erkundigt, was die Stadt unternehme, um Lichtverschmutzung zu vermeiden oder zu reduzieren. Denn nachtaktive Insekten, Amphibien, Fledermäuse oder Zugvögel würden durch die künstliche Lichtglocke beeinträchtigt.
Mit der stadträtlichen Antwort ist Wolf deshalb grundsätzlich zufrieden: In der Vergangenheit habe der Stadtrat eher zurückhaltend agiert, sagt er. «Mit Bauordnung und Konzept scheint er nun Nägel mit Köpfen zu machen.»

Noch rechnet sich Intelligenz nicht

Der Stadtrat verweist in seiner Antwort darauf, dass er das Thema Lichtverschmutzung bei Baubewilligungen bereits heute berücksichtige. So erfolge bei neuen Leuchtreklamen standardmässig die Auflage, dass diese weder blinken noch fluoreszieren dürfen. Und auch die Nachbarn dürfen «nicht übermässig belastet» werden. Derartige Auflagen, die ähnlich auch bei Umgebungsgestaltungen vorgegeben werden, begrüsst Wolf. Er hofft, dass sie inskünftig noch etwas weiter gefasst werden: «Es müssen nicht nur allfällige Nachbarn geschützt werden, sondern auch die Natur.» Es bleibe abzuwarten, ob dies in der Bauordnung so verankert werde.

In seiner Interpellation regte der Gemeinderat im Weiteren an, dass die Stadt intelligente Beleuchtungssysteme prüfe. Als Beispiel nannte er, dass auf schwach frequentierten Fusswegen Bewegungssensoren installiert werden könnten. Dies sei eine neue Entwicklung, die intensiv beobachtet werde, antwortet der Stadtrat. Mittelfristig werde es in Richtung einer bedarfsgerechten Beleuchtung gehen, bestätigt der Stadtrat Wolfs Vermutungen. «Es ist davon auszugehen, dass diese Technik auch in Dietikon Fuss fassen wird.» Allerdings seien die relativ hohen Investitionskosten noch nachteilig; trotz automatischer Dimmung und damit geringerem Energieverbrauch würden sich diese vorläufig noch nicht rechnen.

Eine Frage der Lichtfarbe

Wie der Stadtrat in seiner Antwort weiter schreibt, nimmt er aber Neuerungen bereits auf, wenn sie sinnvoll sind. So sei der Einsatz von LED-Lampen vor zehn Jahren beispielsweise noch kein Thema gewesen. Heute seien diese – primär wegen der Energieeffizienz und den Kosten – zum Standard beim Ersatz von bestehenden Leuchten geworden. Doch der Einsatz von neutralweissem LED-Licht hat auch seine Nachteile: Das Licht, das eine Lampe bei 4000 Kelvin ausstrahlt, hat zwar eine bessere Farbwiedergabe und dient damit der Verkehrssicherheit. Es lockt aber auch nachtaktive Insekten geradezu magisch an und verwirrt sie, wie Wolf in seiner Interpellation festhielt.

Gelbliches Licht mit 2000 Kelvin würde diese weniger stark anziehen, die Lampen würden aber bis zu doppelt so viel Strom verbrauchen, schreibt der Stadtrat. Angesichts dieser Diskussion, in der Umwelt-, Energie- und Verkehrssicherheitsfragen zu berücksichtigen sind, sei aber seit zwei, drei Jahren auch in Dietikon der Einsatz von warmweissem Licht (3000 Kelvin) zum Standard geworden.

Für den Interpellanten Andreas Wolf zeigt dies, dass der Dietiker Stadtrat zwar nicht als Pionier vorausgehe, aber doch Machbares umsetze. Insgesamt gehe es damit in die richtige Richtung, sagt er.

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